Tagesgeld höher als Festgeld

von Redaktion

Über drei Prozent aufs Ersparte: Das bieten aktuell 13 Kreditinstitute in Deutschland für Neukunden. © Smarterpix

Die Banken konkurrieren aktuell um neue Kunden – und die können davon profitieren: Das ist ein Ergebnis des Vergleichsportals Verivox. Demnach werben aktuell 13 Kreditinstitute mit befristeten Aktionszinsen von drei Prozent oder mehr um neue Kunden (siehe Tabelle).

■ 3,2 Prozent an der Spitze

Wer nach Tagesgeldangeboten mit hohen Zinsen Ausschau hält, kann aktuell aus dem Vollen schöpfen“, teilte Verivox mit. Aktuell bieten die französische Distingo Bank und der deutsche Einlagenvermittler Raisin mit 3,2 Prozent die höchsten Tagesgeldzinsen im Markt, wie aus der Auswertung hervorgeht.

■ Angebot gilt nur befristet

Wer sich überlegt, zu einer der Banken zu wechseln, muss wissen, dass die Angebote nicht dauerhaft gelten: „Sparer sollten beachten, dass die hohen Zinsen bei Neukundenangeboten nur für einige Monate gültig sind“, heißt es bei Verivox. „Danach greifen die meist deutlich niedrigeren Bestandskundenzinsen.“ Und die liegen nur in seltenen Fällen bei über zwei Prozent.

■ Für wen ein Wechsel interessant ist

„Von Aktionsangeboten mit befristeten Sonderkonditionen profitieren vor allem Sparer, die bereit sind, ihr Geld erneut umzuschichten, sobald die Neukundenzinsen ausgelaufen sind“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer bei Verivox Finanzvergleich. „Wer das nicht möchte, achtet beim Zinsvergleich am besten auf attraktive Bestandskundenzinsen.“

■ Attraktiver als Festgeld

Überraschende Beobachtung von Verivox: Die Neukundenangebote sind in vielen Fällen besser als eine Geldanlage in Festgeld. „Einige Neukundenangebote beim Tagesgeld bieten aktuell ebenso hohe Zinssicherheit wie vergleichbare Festgelder, zugleich aber spürbar höhere Zinsen“, sagte Maier. Anders als beim Festgeld könnten Sparer aber beim Tagesgeld schnell über ihr Geld verfügen. Bei manchen Neukundenangeboten gelten die Konditionen ein halbes Jahr, etwa bei der Volkswagenbank mit 2,9 Prozent. Zum Vergleich: Für Festgelder mit sechs Monaten Laufzeit gibt es in der marktweiten Spitze aktuell nur 2,8 Prozent Zinsen, hat Verivox analysiert.

■ Aufs Kleingedruckte achten

Das Vergleichsportal weist aber darauf hin, dass hinter dem ein oder anderen Neukundenangebot versteckte Kosten lauern. Bei einigen Banken müssten Sparer zusätzlich zum Tagesgeld auch noch ein Wertpapierdepot oder ein Girokonto eröffnen, um in den Genuss der hohen Zinsen zu kommen. Als Beispiel nennt Verivox die Deutsche Bank: Sie bietet ihren Neukunden demnach aktuell 2,5 Prozent Zinsen auf dem Tagesgeldkonto, dafür müssen Sparer aber ein kostenpflichtiges Girokonto eröffnen und zumindest einen Teil ihres Zahlungsverkehrs über dieses neue Konto laufen lassen.

„Vor allem bei Kombi-Angeboten mit Girokonto sollten Sparer genau hinschauen“, rät Verivox-Experte Oliver Maier. „Solche Angebote lohnen sich meist nur für Bankkunden, die ohnehin auf der Suche nach einem neuen Girokonto sind und es auch nach Auslaufen der Neukundenkonditionen weiterführen möchten.“

Maier weist auch darauf hin, dass die Eröffnung eines Girokontos in der Regel an die Schufa gemeldet wird. „Für ein paar Zehntelprozentpunkte mehr Zinsen sollten Tagesgeldanleger das nicht in Kauf nehmen – zumal es genug Alternativangebote gibt, bei denen kein Girokontoabschluss nötig ist“, sagte er.SH

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