Ökonomen sind gegen Steuerprivilegien. © Steinbrecht/KNA
Berlin – Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat sich mit einem eigenen Konzept in die Debatte über eine Reform der Erbschaftsteuer eingeschaltet. Die Umsetzung des Konzepts würde viele Erben entlasten – die Zahl der Steuerpflichtigen könne dadurch halbiert werden, heißt es. Zugleich würde die Reform dem Staat Mehreinnahmen von 2,3 Milliarden Euro jährlich verschaffen, weil die Steuerlast deutlich anders verteilt würde – vor allem durch die Abschaffung von Steuerprivilegien. Das DIW-Modell sieht eine Kombination aus Lebensfreibetrag und reformiertem Steuertarif vor. Es solle keine Ausnahmen mehr bei Unternehmensübertragungen geben. Neben Lebensfreibeträgen von einer Million Euro für enge Verwandte sollten die derzeit sieben Tarifstufen auf vier reduziert und die Steuersätze vereinfacht werden. „Die überzogenen Privilegien bei den Superreichen werden abgeschafft, die Mehreinnahmen können genutzt werden, um die Erben kleinerer Vermögen zu entlasten“, sagte DIW-Ökonom Stefan Bach der „Süddeutschen Zeitung“.