Alles über Äpfel

von Redaktion

Jonagold: süß-säuerlich, knackig, ein guter Tafelapfel © dpa

Boskop: säuerlich-aromatisch, zum Backen. © smarterpix

Elstar: süß-säuerlich, saftig, beliebt als Tafelapfel. © dpa

Streuobstwiesen sind artenreiche Lebensräume und liefern oft seltene Sorten. Es lohnt sich, im Handel danach zu suchen. © Jiri Viehmann/Imago

Mehr als 20 Kilogramm Äpfel essen die Menschen hierzulande pro Jahr, das teilte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau mit. Doch welche Sorte ist am beliebtesten, gibt es allergikerfreundliche Äpfel und wie gesund sind Äpfel eigentlich? Die Ernährungsexpertin Andrea Danitschek beantwortet uns die wichtigsten Fragen rund um das Thema.

Warum ist der Apfel das beliebteste Obst in Deutschland?

Im Durchschnitt isst jeder Einwohner in Deutschland mehr als 20 Kilogramm Äpfel pro Jahr. Damit liegt der Apfel klar vor anderen Obstsorten wie zum Beispiel der Banane. Er ist ganzjährig verfügbar, vielseitig verwendbar und vergleichsweise preisgünstig.

Wie viele Apfelsorten gibt es eigentlich?

Weltweit sind rund 20 000 Apfelsorten bekannt. Im deutschen Handel spiegelt sich diese Vielfalt jedoch kaum wider. Wirtschaftlich relevant sind hierzulande nur etwa 30 Sorten. Die Ernährungsexpertin Andrea Danitschek erklärt, dass viele Sorten auf Streuobstwiesen oder in Hausgärten wachsen, aber für den Handel schlicht nicht praktikabel sind.

Warum finden sich im Supermarkt meist nur wenige Sorten?

Der Lebensmitteleinzelhandel setzt auf Sorten, die robust, gut lagerfähig und optisch gleichmäßig sind. Zudem müssen sie möglichst vielen Verbrauchern schmecken. Sorten wie Elstar, Gala, Braeburn, Boskop oder Jonagold erfüllen diese Anforderungen besonders gut. Vor allem im Direktverkauf erleben alte Sorten eine gewisse Renaissance. Sie gelten als geschmacklich vielfältiger und tragen zur Erhaltung der genetischen Vielfalt bei. „Alte Apfelsorten sind oft aromatischer und weniger auf Hochleistung gezüchtet“, erklärt Danitschek.

Wie gesund sind Äpfel?

Äpfel enthalten Ballaststoffe, Vitamin C, Kalium sowie sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Polyphenole. Sie sind kalorienarm und gut in eine ausgewogene Ernährung integrierbar. „Der Apfel ist ein idealer Snack für zwischendurch“, sagt Danitschek. Der bekannte Spruch „An apple a day keeps the doctor away“ ist wissenschaftlich zwar nicht belegt, regelmäßiger Obstverzehr gilt jedoch als gesundheitsfördernd.

Wie viele Kalorien und wie viel Zucker stecken im Apfel?

Ein mittelgroßer Apfel liefert etwa 60 Kilokalorien. Der Zuckergehalt unterscheidet sich je nach Sorte nur moderat. „Ein süß schmeckender Apfel hat nicht automatisch mehr Zucker“, betont Danitschek. Der Geschmack werde stark durch das Verhältnis von Zucker zu Säure bestimmt. Apfelsaft dagegen enthält ähnlich viel Zucker wie andere süße Getränke, sättigt aber weniger. Außerdem gehen beim Pressen die Ballaststoffe verloren, erklärt Danitschek. Deshalb sei der ganze Apfel aus ernährungsphysiologischer Sicht die bessere Wahl.

Was hat es mit allergikerfreundlichen Äpfeln auf sich?

Rund zehn Prozent der Menschen reagieren auf Äpfel allergisch, häufig im Zusammenhang mit einer Birkenpollenallergie. Auslöser ist das Apfelprotein Mal-d1. Einige ältere Sorten enthalten mehr Polyphenole, die dieses Allergen teilweise unschädlich machen können, sagt Danitschek. Zudem gebe es inzwischen gezielt gezüchtete Sorten mit niedrigem Mal-d1-Gehalt, die von vielen Betroffenen besser vertragen werden. Es kann oftmals helfen, den Apfel zu schälen. Ein Großteil der allergieauslösenden Stoffe sitzt direkt unter der Schale, erklärt Danitschek. Geschälte Äpfel oder kurz erhitzte Apfelprodukte werden daher von Allergikern oft besser vertragen.

Warum glänzen viele Äpfel im Supermarkt – und was bedeutet es, wenn sie gewachst sind?

Viele Äpfel werden nach der Ernte gewaschen, dabei geht die natürliche Wachsschicht verloren, die die Frucht vor dem Austrocknen schützt. Um die Haltbarkeit zu verlängern, dürfen Äpfel in der EU anschließend wieder mit Wachs überzogen werden. „Das ist rechtlich erlaubt und muss für Verbraucher kenntlich gemacht werden“, erklärt Danitschek. Die eingesetzten Wachse seien in den zugelassenen Mengen gesundheitlich unbedenklich. Bioäpfel dürfen aber nicht gewachst werden. In jedem Fall sollte man Äpfel vor dem Verzehr waschen.

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