Gas-Sorgen wegen US-Schneesturm

von Redaktion

Die US-Bürger wappnen sich für den Sturm. Der könnte auch die Gas-Exporte bedrohen. © IMAGO/Tayfun Coşkun

Houston – Ein anstehender Schneesturm versetzt die USA und den europäischen Gasmarkt in Aufregung: Zum Wochenende sollen Schnee, Eis und starke Winde über das Land ziehen, mehreren US-Medien zufolge könnte es sich um einen der schwersten Stürme der vergangenen Jahre handeln. Der Nationale Wetterdienst warnt vor umknickenden Bäumen, Stromausfällen und extremer Kälte. Betroffen sein könnten bis zu 120 Millionen Amerikaner, rund ein Drittel der Bevölkerung.

Das ist auch ein Problem für Europa. Denn in Texas sitzt ein Großteil der Erdgasförderstätten, an der Küste wichtige Exporthäfen, wie Commerzbank-Analyst Norman Liebke in einem Bericht vom Freitag schreibt: „Da die EU etwas mehr als ein Viertel ihrer Gasimporte aus den USA bezieht, hat die Angst vor möglichen Angebotsausfällen auch Preisauswirkungen hierzulande“, so der Analyst. Bereits am Donnerstag hätten die Preise für kurzfristige Termingeschäfte in Europa ein Siebenmonatshoch von 42 Euro die Megawattstunde erreicht. Mitte Dezember waren es noch 26.

„Durch die aktuell niedrigen (und angesichts der kalten Temperaturen stark fallenden) Gasfüllstände könnte sich die Nervosität an den Märkten erhöhen“, warnt der Analyst. Mit rund 40 Prozent seien die deutschen Gasspeicher rund 20 Prozentpunkte weniger voll als im Vorjahr. „Damit besteht das Risiko von weiteren Preisausschlägen in den kommenden Wochen“.

Überraschend: Für Verbraucher ist Energie gerade noch relativ preiswert. Gas kostet für Neukunden rund 8 Cent die Kilowattstunde inklusive Boni und Grundgebühr. Das zeigen Daten des Vergleichsportals Verivox. Und auch der vom Gaspreis abhängige Strom ist für günstige 23,6 Cent zu haben. Diese Werte spiegeln jeweils den Durchschnitt der günstigsten Angebote in Deutschland wider.MATTHIAS SCHNEIDER

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