Zu viel USA im Depot? Aber auch unabhängig von politischen Tagesaktualitäten sollte man einmal im Jahr über die Zusammensetzung seiner Geldanlage nachdenken. © Klose, dpa
„Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ Diese Weisheit gab André Kostolany einst Anlegern mit auf den Weg. Was der 1999 verstorbene Börsenguru damit sagen wollte: Substanzhaltige Aktien entwickeln sich in der Regel langfristig positiv. Das ständige Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren bringt dagegen meist nichts – schon deshalb, weil für jeden Kauf und Verkauf Gebühren anfallen. Ganz passiv sollte man dennoch nicht bleiben. Mit diesen sieben Schritten hält man sein Depot in Schuss und steigert die Rendite.
■ Schritt 1: Raus mit den Verlustbringern
Anleger sollten vor jedem Investment für sich definieren, welche Verluste sie an der Börse maximal in Kauf nehmen wollen. Eine schlechte Angewohnheit vieler Investoren ist es, einzelne Positionen, mit denen man Verluste erleidet, nicht abzustoßen – in der Hoffnung, dass sie irgendwann wieder in die Gewinnzone kommen. Eine einfache Rechnung macht klar, dass diese Haltung eher Wunschdenken als Realität ist. Wenn man zum Beispiel mit einer Aktie 50 Prozent im Minus ist, muss diese um 100 Prozent steigen, um wieder auf „Plus-Minus-Null“ zu kommen. Bei global anlegenden Indexfonds sollte man Kursdellen dagegen aussitzen.
■ Schritt 2: Gewinne kritisch hinterfragen
Mehr Spaß als Verluste zu überprüfen macht es, sich die Positionen anzuschauen, die hohe Gewinne erzielt haben. Aber auch hier kann ein kritischer Blick helfen. Sie sollten die Renditen stets in Relation zur Marktentwicklung betrachten. Wo es ein besonders hohes Plus gab, kann man über Gewinnmitnahmen nachdenken.
■ Schritt 3: Sicherheit nicht vergessen
Eine der ältesten Depot-Weisheiten ist: „Nicht alle Eier in einen Korb legen“. Ein Portfolio ausgewogen zu gestalten, heißt daher auch, in verschiedene Werte zu investieren, die sich unabhängig voneinander entwickeln. Sonst können Klumpenrisiken entstehen. Wertpapiere wie Aktien, ETFs oder Fonds lassen sich mit anderen, sicheren Finanzprodukten wie Tagesgeld oder Festgeld kombinieren. Dabei dient die Zinsanlage als Sicherheitsbaustein, die Fondsanlage soll für Rendite sorgen. Faustregel: Je mehr Risiko man verträgt, desto höher ist der Aktienanteil. Je sicherer ein Depot sein soll, desto mehr Zinsprodukte wie Festgeld oder Anleihen muss es haben. Dafür sinkt dann aber auch die Rendite.
■ Schritt 4: Das Depot ausbalancieren
Eine einmal festgelegte Aufteilung eines Portfolios verändert sich über die Zeit – etwa, weil Aktien durch höhere Gewinne einen immer größeren Anteil einnehmen. Deshalb sollte man prüfen, ob die Aufteilung noch passt oder ob man sein Portfolio wieder ausbalancieren muss. Dabei werden Positionen, die besonders stark an Gewicht gewonnen haben, anteilig verkauft und Positionen, die an Gewicht verloren haben, zugekauft. So stellt man die ursprüngliche Verteilung seines Portfolios und damit das gewünschte Rendite-Risiko-Profil wieder her.
■ Schritt 5: Sparziele regelmäßig überprüfen
Ein einmal aufgestelltes Portfolio muss nicht immer strategisch sinnvoll bleiben. Wer jung ist, kann beispielsweise riskant anlegen und einen hohen Aktienanteil haben. Rückt aber der Ruhestand näher und braucht man das Geld, sollte man Risiko rausnehmen. Ähnlich ist es, wenn große Investitionen unmittelbar anstehen – etwa der Kauf einer Immobilie.
■ Schritt 6: Kosten und Gebühren reduzieren
Ein oft unterschätzter Faktor bei der Geldanlage sind die Nebenkosten, die bei Investments anfallen. Dazu gehören auch die Transaktions- und Depotgebühren, die eine Bank oder ein Online-Broker in Rechnung stellt. Deshalb sollte man prüfen, ob sich vielleicht nicht ein anderer (kostengünstigerer) Broker findet, über den man seine Wertpapiere handeln kann. Die Frage „Welcher Broker ist der Beste?“ muss am Ende jeder für sich beantworten. Man sollte sich grundsätzlich auf den Broker konzentrieren, der gut zu einem passt. Fragen wie „Wie viel Trades pro Monat mache ich?“ oder „Wie viel Kapital setze ich ein?“ spielen eine wichtige Rolle. Im Depottest von Biallo.de boten zuletzt Smartbroker+, ING und willbe gute und günstige Depots an. Auch bei Fonds und ETFs sollte man auf die Gebühren achten.
■ Schritt 7: Steuern mit bedenken
Auf Gewinne aus Geldanlagen, zu denen auch Dividenden und Zinsen zählen, zahlt man 25 Prozent Abgeltungsteuer ans Finanzamt. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Allerdings gibt es einen Freibetrag in Höhe von 1000 Euro, für zusammenveranlagte Ehepaare 2000 Euro, den man über einen Freistellungsauftrag an die Bank erhält. Außerdem kann man etwaige Verluste aus Kapitalanlagen den Gewinnen gegenrechnen und so Steuer sparen.
Mehr Informationen
zum Thema gibt es in einem kostenlosen Dossier per E-Mail unter ratgeber@biallo.de