Amazon spart beim Büropersonal und beendet teure Projekte im stationären Handel. © Andrej Sokolow, dpa
Seattle – Amazon will weltweit 16 000 Stellen streichen. Dies ziele darauf ab, „Hierarchiestufen zu reduzieren, Eigenverantwortung zu stärken und Bürokratie abzubauen“, erklärte die Konzernspitze. Der Stellenabbau ist Teil einer im Oktober angekündigten Neuausrichtung des US-Konzerns, damals waren nur 14 000 zu streichende Stellen angekündigt worden.
Im Juni 2025 hatte Amazon-Chef Andy Jassy vor dem Hintergrund eines höchst kostenintensiven Wettlaufs mit massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz erklärt, Kosten senken zu wollen. Dies führte zu einer ersten Entlassungsankündigung im Herbst. Genauere Angaben darüber, wo diese Jobs wegfallen sollten, machte der Konzern nicht.
Mehrere US-Medien hatten bereits damals berichtet, dass dies wohl erst der Anfang eines größeren Stellenabbaus sei. Die Rede war von insgesamt 30 000 Stellenstreichungen vor allem bei Bürojobs. Zuletzt beschäftigte Amazon weltweit rund 1,5 Millionen Menschen.
Der Online-Riese hat offenbar auch kein Glück mit dem stationären Handel. Die mit viel öffentlichem Rummel 2018 eröffneten Mini-Supermärkte ohne Kassen schließen wieder. In den Geschäften unter der Marke Amazon Go konnten Kunden einfach Produkte aus dem Regal greifen und hinausgehen. Gewichtssensoren in den Regalen und Kameras an der Decke sollen sicherstellen, dass die Einkäufe richtig zugeordnet und nachträglich abgebucht werden. Seine wie gewöhnliche Supermärkte funktionierenden Geschäfte unter der Marke Amazon Fresh macht der weltgrößte Einzelhändler ebenfalls dicht.