Nur 4 von 25 Produkten sind wirklich empfehlenswert (im Bild Test mit Analysewaage). © p. castagnola, Stiftung Warentest
Es gibt Produkte, die sich die Stiftung Warentest immer wieder vornimmt. Eines davon ist Olivenöl. Diesmal fiel der Test (nachzulesen in der Februar-Ausgabe des Test-Heftes) ernüchternd aus. „Sehr gut“ war keines der 25 getesteten Öle, nur vier schafften ein „Gut“, dafür fielen acht mit „mangelhaft“ durch. Ranzig, stichig, schlammig, modrig oder weinartig: Wenig schmeichelhaft die Begriffe, die für zum Teil teure Öle im Test fielen. Aber auch viel gekaufte Discounterprodukte mussten sich solche Beschreibungen gefallen lassen. Die Gründe für die schlechten Noten waren minderwertige Aromatik und bedenkliche Schadstoffbelastungen. Getestet wurden vor allem Olivenöle der höchsten Kategorie „nativ extra“. Die Preisspanne reichte von 7 bis 54 Euro pro Liter. Im Labor prüften die Tester Geschmack, Geruch, Schadstoffe, Verfälschungen und gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.
Die Gewinner
Platz 1 teilten sich Cillo Mono Natives Olivenöl extra Coratina für 54 Euro pro Liter und Alnatura Bio-Olivenöl nativ extra für 13,98 pro Liter. Ebenfalls mit „gut“ bewertet: Mitos Griechisches biologisches natives Olivenöl extra Bio für 17,98 Euro pro Liter und Bertolli Originale Natives Olivenöl extra für 13,52 Euro pro Liter. Allen vier Produkten werden durchweg positive Eigenschaften attestiert: mittelfruchtig, grün, deutlich bitter oder mittelbitter sowie mittelscharf – dazu ein gut ausgewogener Geschmack sowie Gerüche nach grüner Mandel, Apfel oder Bittermandel.
Die Verlierer
Neben den günstigen Olivenölen (von 7,99 bis 9,27 Euro) von Aldi (Bellasan und Bio) und Netto (Vegola) fielen auch teurer Öle durch. So Produkte von Rossmann (EnerBio), Sterna 1821, Threpsi, Ybarra und Mani zu Preisen zwischen 15,98 und 20,66 Euro.
Die Gründe
Doch warum ist das Olivenöl diesmal insgesamt so wenig überzeugend? Das hängt unter anderem mit dem Klimawandel zusammen. Der Hitzestress mache auch Oliven zu schaffen, deren Aromatik ändere sich dadurch, so die Stiftung. Auch handwerkliche Fehler passieren. Etwa wenn Oliven bereits vor dem Pressen zu gären beginnen oder das Öl zu lange mit Sauerstoff in Kontakt war. Nach EU-Olivenölverordnung darf ein Öl der Güteklasse „nativ extra“ keinerlei sensorische Fehler aufweisen.
Gute Nachricht
Einen Lichtblick gibt es aber auch: Die Gehalte an gesundheitsfördernden Polyphenolen sind leicht gestiegen. Alle Öle enthalten ausreichend dieser sekundären Pflanzenstoffe, die Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen. Zwei Esslöffel täglich reichen für den Effekt.