Vielen ist Schokolade zu teuer geworden

von Redaktion

Seltener Genuss: Bei Preisen von vier Euro je Tafel Schokolade verzichten viele Kunden lieber. © smarterpix

Gute Nachricht für Schokoladenfans: Weil mehr Kakao geerntet wurde, geben die Preise in Geschäften zumindest teilweise wieder leicht nach. „Die Ernten in der Elfenbeinküste und Ghana sind deutlich höher ausgefallen, die Exportmengen höher und Einkaufspreise entsprechend gesunken“, sagt Finn Ole Semrau, Handelsexperte am Kiel Institut für Weltwirtschaft.

Die großen deutschen Lebensmitteleinzelhändler haben kürzlich die Verkaufspreise zahlreicher Eigenmarkenprodukte erstmals seit Langem reduziert. So kostet etwa eine Tafel Vollmilchschokolade (Eigenmarke vom Discounter oder Supermarkt) nun 89 Cent, eine mit ganzen Haselnüssen 1,29 Euro – jeweils 10 Cent weniger als vorher.

Die Rohkakaopreise an den Rohstoffbörsen sind zuletzt deutlich gefallen. Der von der internationalen Kakaoorganisation (ICCO) ermittelte Tagespreis lag Ende vergangener Woche bei knapp 3500 Euro pro Tonne. Laut Semrau liegt er damit auf dem Stand vor der Krise. Dass auch die Verbraucherpreise wieder das frühere Niveau erreichen könnten, glaubt er jedoch nicht.

Laut Statistischem Bundesamt kostete eine Schokoladentafel im Dezember im Schnitt 69 Prozent mehr als 2020, Riegel oder andere Schokoladenerzeugnisse fast 72 Prozent.

Die Konsumenten griffen daher zuletzt seltener zu Schokolade. Einer YouGov-Umfrage zufolge kauft jeder Zweite (52 Prozent) deutlich oder etwas weniger als vor zwei Jahren, 39 Prozent etwa gleich viel, nur fünf Prozent mehr. Dies spüren auch die Hersteller. Laut der Marktforschungsfirma NIQ ging die Zahl der verkauften Packungen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent zurück, bei Weihnachtsschokolade sogar um 12 Prozent. Verbraucher kauften häufiger Sonderangebote und Eigenmarken.

Markenhersteller verzeichneten deshalb teilweise Verluste. Ritter Sport schrieb im vergangenen Jahr trotz höherer Umsätze rote Zahlen. Die Abgabepreise spiegelten die tatsächlichen Kosten vielfach noch nicht wider, heißt es. Ritter Sport verweist auch auf höhere Ausgaben für Verpackung, Logistik und Energie.

Die jüngsten Preissenkungen betreffen bislang nur Eigenmarken von Discountern und Supermärkten. Ob auch Markenprodukte günstiger werden, ist bislang offen. Der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli, der aktuell 3,50 bis vier Euro pro 100-Gramm-Tafel verlangt, teilte auf Nachfrage mit, die Preise derzeit nicht senken zu können. Kakao werde langfristig eingekauft, zudem lägen die Preise über dem Niveau der vergangenen Jahre. Ritter Sport (hier gibt es die 100-Gramm-Tafel schon um die zwei Euro) und Mondelez (Milka) äußerten sich nicht. Mondelez hatte zuletzt nicht nur die Preise erhöht, sondern auch den Packungsinhalt etlicher Milka-Sorten reduziert.

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