Frankfurt – Für eine besonders dreiste Nachahmung von Produkten sind am Freitag auf der Konsumgütermesse „Ambiente“ zehn Unternehmen mit dem Negativpreis „Plagiarius“ bedacht worden. Den ersten Preis erhielt eine chinesische Firma für die Nachahmung eines Flaschensets für Neugeborene des niederländischen Philips-Konzerns.
Die gefälschten Babyflaschen zeichneten sich durch einen extrem niedrigen Preis und Zweifel an der Qualität und Eignung des verwendeten Kunststoffes aus, erklärte Plagiarius. Auch das Produkt auf Platz zwei, die Fälschung eines Waschtischmixers des deutschen Unternehmens Hansgrohe, falle durch minderwertige Materialien und Verarbeitung auf.
Erstmals vergab die Jury den Sonderpreis „Fake Shop“. Fälscher bauten demnach den kompletten Online-Shop des Unternehmens Germens nach, kassierten von Kunden Geld, lieferten jedoch keine Ware. „Produkt- und Markenpiraterie ist ein lukratives Milliardengeschäft“, betonte der Verein. Unter den Fälschern seien einfallslose Mitbewerber, Billiganbieter und Plattformbetreiber sowie globale kriminelle Netzwerke. Sie „untergraben den legalen Handel“ und überfluteten den europäischen Markt mit oftmals ungeprüften, falsch deklarierten und nicht EU-konformen Billigartikeln und Fälschungen.
Allein im Jahr 2024 sind den Angaben zufolge in der EU und an ihren Außengrenzen mehr als 112 Millionen gefälschte Artikel mit einem geschätzten Wert von 3,8 Milliarden Euro beschlagnahmt worden.EPD