Die Reha nach der Reha

von Redaktion

Kraft aufbauen, Koordination stärken, Ausdauer fördern: Nach einer Reha-Maßnahme kann das Training weitergehen. Patienten müssen nichts zuzahlen. © imago stock

Die Reha-Nachsorgeangebote der Deutschen Rentenversicherung unterstützen Versicherte nach einer Reha dabei, wieder möglichst uneingeschränkt ins normale Leben zurückzufinden. Das Angebot ist vielfältig, zeitlich großzügig bemessen und kann neben dem Beruf absolviert werden. Patienten müssen nichts zuzahlen und können für die Teilnahme eine Fahrkostenpauschale pro Termin beantragen. Die Angebote im Einzelnen:

■ Intensivierte Reha-Nachsorge

Die Intensivierte Reha-Nachsorge (IRENA) kann grundsätzlich bei allen Erkrankungen gefragt sein. Dabei werden Leistungen wie Training, Schulung und Beratung kombiniert. IRENA umfasst zum Beispiel Ausdauertraining, Motivationsförderung, Ernährungsberatung und Entspannungstraining. IRENA wird in stationären und ganztägig ambulanten Reha-Einrichtungen durchgeführt. Sie beginnt innerhalb von drei Monaten nach Ende der medizinischen Reha. Innerhalb von zwölf Monaten nach dem Ende der medizinischen Reha muss sie abgeschlossen sein. Im Regelfall findet sie in einer Gruppe mit maximal zehn Teilnehmern statt – und zwar meist einmal pro Woche für 90 Minuten. Grundsätzlich gibt es 24 Behandlungseinheiten, die bei neurologischer Indikation auf 36 und bei Adipositas auf 42 Einheiten steigen. Es gibt ärztliche Aufnahme- und Abschlussgespräche.

■ Psychosomatische Reha-Nachsorge

Für Versicherte mit einer psychischen Erkrankung kommt eine Psychosomatische Reha-Nachsorge in Betracht. Sie soll dabei unterstützen, die in der Reha erlernten Verhaltensweisen und Strategien zur Stress- und Konfliktbewältigung einzuüben und im Alltag einzusetzen. Psy-RENA wird in Reha-Einrichtungen und in Psychotherapiepraxen durchgeführt. Die Nachsorge umfasst ein individuelles Aufnahme- und Abschlussgespräch sowie 25 Gruppengespräche von jeweils 90 Minuten. Sollte zeitnah keine Gruppe zustande kommen, so können zwölf Einzelgespräche von jeweils 50 Minuten in Anspruch genommen werden. Psy-RENA beginnt innerhalb von drei Monaten nach Ende der medizinischen Rehabilitation und muss innerhalb von zwölf Monaten – ebenfalls nach Ende der medizinischen Reha – abgeschlossen sein.

■ Trainingstherapie

Trainingstherapeutische Reha-Nachsorge (T-RENA) ist geeignet für Versicherte mit Beeinträchtigungen am Haltungs- und Bewegungsapparat. Hier sollen die Beweglichkeit verbessert, die Koordinationsfähigkeit gefördert, Kraft und Ausdauer gesteigert und Schmerzen reduziert werden. Es handelt sich dabei um ein gerätegestütztes Training. Es umfasst 26 Trainingstermine von jeweils 60 Minuten und findet ein bis zwei Mal pro Woche statt. Kommt zeitnah keine Trainingsgruppe zustande, so kann auch Einzeltraining beansprucht werden. Dann gibt es 18 Termine von jeweils 20 Minuten. T-RENA kann sowohl in Reha-Einrichtungen als auch in Gesundheitszentren, Physiotherapiepraxen oder in Krankenhäusern stattfinden. Die Trainingstherapeutische Reha-Nachsorge beginnt frühestmöglich, jedoch spätestens innerhalb von drei Monaten nach Ende der medizinischen Reha mit einem persönlichen Einweisungstraining. Sie muss innerhalb von zwölf Monaten nach dem Ende der medizinischen Reha abgeschlossen sein. Diese Maßnahme kann auf Antrag verlängert werden.

■ Digitale Nachsorge

Es gibt Versicherte, die keine Reha-Nachsorge in Präsenzform in Anspruch nehmen können. Sie können an einer digitalen Form teilnehmen. Digitale Reha-Nachsorge kann mit Präsenzterminen kombiniert werden. Beispielsweise werden die Trainingseinheiten vor Ort durchgeführt und die Schulungs- und Beratungseinheiten online.

■ Suchterkrankungen

Auch nach einer medizinischen Reha für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen gibt es eine Nachsorge. Sie umfasst Gruppen- und Einzelgespräche und wird ambulant durchgeführt. Nähere Informationen dazu gibt es in der Reha-Einrichtung.

■ Reha-Sport

Nach einer medizinischen Rehabilitation kommen auch Rehabilitationssport (zum Beispiel Herzsportgruppen) und Funktionstraining in Betracht. Beim Reha-Sport geht es insbesondere um Bewegungsspiele und Wassersport. Eine Übungseinheit dauert mindestens 45 Minuten, bei Herzsportgruppen mindestens 60 Minuten. In der Regel führen örtliche Sportverbände Reha-Sport durch. Beim Funktionstraining geht es um bewegungstherapeutische Übungen in Form von Trocken- und Wassergymnastik. Beide Angebote dauern längstens bis zu zwölf Monate, bei üblicherweise zwei Terminen pro Woche. Fahrkosten werden bei Rehabilitationssport und Funktionstraining nicht erstattet.

■ Angebot finden

Auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung www.nachderreha.de gibt es für jedes Nachsorgeangebot eine Liste mit Anbietern im Umkreis des Wohnortes. Hilfe bietet auch ein kostenloses Servicetelefon (0800 1000 4800).

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