So lohnen sich E-Autos

von Redaktion

81 Prozent der Stromer werden von Immobilien-Eigentümern gefahren. Aber auch Mieter können profitieren. © Smarterpix

Obwohl es noch keine Förderung gab, haben sich die Deutschen nicht vom E-Auto-Kauf abhalten lassen: 2025 sind so viele Privatleute von Verbrenner- auf Elektro-Antriebe umgestiegen wie noch nie. Das zeigt eine Erhebung der Versicherung HUK-Coburg unter ihren Kunden. Demnach haben vergangenes Jahr 5,5 Prozent der Fahrzeughalter den Antrieb gewechselt. Deutlich überdurchschnittlich sind einige bayerische Landkreise vertreten (siehe Tabelle).

■ Stadt versus Land

Obwohl Städter E-Autos eher „gut“ oder „sehr gut“ finden, als die Landbevölkerung (59 Prozent der Befragten gegenüber 45 Prozent), fahren die meisten E-Autos in der Fläche. Der Grund: 81 Prozent aller privaten Stromer werden von Immobilienbesitzern gefahren.

■ Günstiger Strom

Stromer brauchen deutlich weniger Energie als Verbrenner. Laut einer Studie des Vergleichsportals Verivox fährt ein durchschnittliches E-Auto 100 Kilometer mit 18 Kilowattstunden (kWh). Ein Benziner bräuchte 7,7 Liter, was in etwa 73 kWh entspricht. Das macht bei Haushaltsstrom (aktuell ca. 30 Cent/kWh) 5,4 Euro, während eine entsprechende Tankfüllung 13,8 Euro kostet. Ein durchschnittlicher Pendler (15 000 Kilometer) könnte sich damit 1260 Euro im Jahr sparen.

■ Vorteil Immobilie

Den günstigen Haushaltsstrom können nur Verbraucher mit eigener Ladestation nutzen – zumeist Eigenheimbesitzer. Sie haben zusätzlich die Option PV-Anlage: Hier kommt die Energie meist für höchstens 10 Cent vom Dach. Wer dagegen ausschließlich öffentliche Ladesäulen anfährt, zahlt bis zu 42 Prozent mehr als Heimlader, zeigt eine Studie des Fraunhofer ISI vom März 2023. Oder, wie es vom ADAC heißt: „Unter rund 50 Cent pro kWh erhalten E-Auto-Fahrer unterwegs selten Energie.“ Deshalb sind Mieter deutlich zurückhaltender, was E-Mobilität angeht.

■ Chance für Mieter

Was viele nicht wissen: Mieter haben einen Anspruch, sich eine Wallbox installieren zu lassen. Sogar in der Tiefgarage: „Seit 2020 haben Mieter gemäß § 554 BGB einen Anspruch auf Zustimmung des Vermieters zur Installation einer Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge“, erklärt der Energieberater Thomas Bugert. Damit können auch Mieter den preiswerten Haushaltsstrom nutzen – und sogar einen Spezialtarif für E-Autos.

■ Spar-Tarife

Noch günstiger als Haushaltsstrom sind Spezialtarife für E-Autos. Das Prinzip: Man nutzt die täglichen Preisschwankungen am Strommarkt. Dafür gibt es mehrere Modelle: Ein dynamischer Stromtarif gibt in Echtzeit Großhandelspreise wieder. Wer etwa mittags lädt, wenn die Sonne scheint, kann sehr günstigen Strom bekommen. Dafür ist es abends teurer. Komfortabel geht das mit Softwarelösungen: „Ein Energiemanagement-System startet den Ladevorgang automatisch dann, wenn der Strom günstig ist“, so Energieberater Bugert. Wer sich dem Markt nicht ausliefern will, kann einen flexiblen Tarif wählen. Dabei darf der Versorger einige Ladevorgänge steuern. Dafür gibt es eine Prämie. Die Steigerung ist ganz frisch am Markt: Das sogenannte bidirektionale Laden. Dabei lädt das E-Auto Strom, wenn er günstig ist, und speist ihn ins Netz, wenn er teuer ist. Die Gewinne sind üppig. Das Problem: Weil die Hersteller Sorge um die Lebenszeit der Batterien haben, gibt es die Funktion kaum. Die Ausnahme: BMW. Die Münchner haben gemeinsam mit Energieversorger Eon ein akkuschonendes Ladeprogramm für den neuen iX3 entwickelt. Mit dem entsprechenden Tarif können Käufer damit den Akku ihres Autos vermieten – und trotzdem die gewünschte Reichweite im Tank haben. Die Belohnung: Prämien im Gegenwert von bis zu 14 000 Fahrtkilometern, verspricht Eon. Bis Sommer will Konkurrent Ford mit dem Partner Octopus Energy nachziehen.

■ THG-Quote

Jedes E-Auto hat eine Treibhausgasminderungsquote (THQ). Das ist ein fiktiver Wert, der die Klimaschutzwirkung beschreibt. Verbraucher können das Recht an ihrer THQ an Mineralölkonzerne verkaufen, die sie für ihre Klimaschutzziele brauchen. Die THG wird dann beim Kraftfahrtbundesamt für das Fahrzeug und Jahr als „verbraucht“ gemeldet. Das funktioniert meist über spezialisierte Anbieter. Beim Vergleichsportal Verivox werden Neukunden aktuell bis zu 311 Euro Prämie pro Jahr geboten.

Artikel 5 von 5