Wohnungsmangel macht die Leute grantig

von Redaktion

Es wird zu wenig gebaut. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wächst. © Berg, dpa

Berlin – Die Immobilienwirtschaft warnt davor, dass weiter zu wenig neuer Wohnraum gebaut wird. Im vergangenen Jahr dürften „nur knapp 235 000 Wohnungen fertiggestellt worden sein“ – der Bedarf liege bis 2040 aber bei 257 400 Wohneinheiten jährlich, heißt es im Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). „Wir haben einen Wohnungsmangel und das ist die soziale Frage unserer Zeit. Und das führt dann auch dazu, dass die Leute grantig werden“, sagte ZIA-Präsidentin Iris Schöberl.

Für 2026 ist laut Gutachten „nur von 215 000 fertiggestellten Wohnungen auszugehen“. Die Lücke „wächst und in vielen Großstädten wird sich die Lage damit noch mal zuspitzen“, sagte Ralph Henger vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), der das Gutachten mitschrieb. Am größten ist der Bedarf „aufgrund des starken Zuzugs aus dem In- und Ausland“ in Berlin mit 8,5 Wohnungen pro 1000 Einwohnern.

Hoffnung machten die Baugenehmigungen, sagte Henger weiter. Für 2025 rechnet das Gutachten mit rund 238 000 Genehmigungen und damit 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr 2024. „Aber dieser Anstieg kann den Rückgang der vorherigen Jahre nicht ausgleichen“, schränkte Experte Henger ein. Angesichts anhaltend hoher Nachfrage, Bauzinsen von 3,5 bis vier Prozent und zu wenig Bauland würden die Mieten weiter steigen und die Kaufpreise in angespannten Regionen anziehen. Maßnahmen wie schärfere Regeln für möbliertes Wohnen und Kurzzeitvermietungen nähmen „allein kurzfristige Mieterinteressen in den Blick“, schreibt er in dem Gutachten. Für ein größeres Wohnungsangebot brauche es angesichts niedriger Renditen „investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und nicht eine einseitige fortlaufende Verschärfung des Mietrechts“.

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