In den kostenlosen Seminaren lernen Senioren praxisnah sicheres Online-Banking.
Viele ältere Menschen fühlen sich durch neue Technologien abgehängt. Dabei zeigen Studien immer wieder, dass sie durchaus Interesse an digitaler Teilhabe hätten – es müsste nur ein bisschen mehr Unterstützung dabei geben. Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom hat gerade erst ergeben, dass eine Mehrheit der über 65-Jährigen online unterwegs ist, digitale Angebote nutzt und an neuen Technologien interessiert ist. Andere würden gerne mehr online erledigen, scheuen aber davor zurück, weil sie gerade in Geldangelegenheiten fürchten, etwas falsch zu machen.
Diese Erfahrung bestätigt Niclas Althaus, der als Digital-Manager bei der Stadtsparkasse München spezielle Online-Seminare für Senioren anbietet, die zusammen mit der Münchner LMU erarbeitet wurden. „Viele ältere Menschen haben vor allem Angst vor Online-Betrügern“, erklärt er. Wie man sich schützen kann, das ist eine der wichtigsten Lektionen in den Seminaren, an denen rund 25 Teilnehmer in einer Gruppe sind. 250 Senioren haben im vergangenen Jahr insgesamt an den Kursen teilgenommen. Los geht es dabei immer mit den Grundlagen.
Besonders wichtig ist für seine Kursteilnehmer das Thema Sicherheit beim Online-Banking, berichtet Althaus. Er erklärt zum Beispiel ausführlich, auf was man alles achten muss, bevor man per Tan eine Freigabe erteilt. Und wie man Phishing-Mails erkennt. Dabei versuchen Betrüger, an sensible Daten zu gelangen, indem sie den E-Mails den Anschein geben, von der eigenen Bank zu stammen. Althaus ermutigt seine Seminarteilnehmer dazu, auch auf ihr Bauchgefühl zu hören. Beim kleinsten Zweifel rät er, einfach bei der Bank anrufen und nachfragen.
Bauchgefühl ist auch bei den vielen Spielarten des sogenannten Enkeltricks gefragt. Dabei meldet sich ein Betrüger per Telefon und gibt vor, ein Verwandter in Not zu sein. Immer wieder ließen sich gerade ältere Menschen überrumpeln und händigten den Betrügern Bargeld aus. Dafür hat die Stadtsparkasse in ihren Filialen eigens Geldumschläge, auf die Warnhinweise gedruckt sind: Wurden Sie angerufen? Sollen Sie das Geld heute noch übergeben? Wurde Ihnen verboten, über den Grund der Abhebung zu sprechen? Hat sich der Anrufer als Angehöriger oder Polizist ausgegeben? Sollen Sie das Geld einer Ihnen unbekannten Person übergeben? – Diese Fragen könnten helfen, den Betrug noch in letzter Minute zu verhindern. Denn bei mehr als zwei Mal Ja empfiehlt sich ein Anruf bei der Polizei.