An der Wall Street geht es um die Frage, ob die Investitionen in Künstliche Intelligenz sich am Ende auszahlen. © afp
Obwohl der Oberste Gerichtshof in den USA einen Teil der von Präsident Trump verhängten Zölle für Unrecht erklärte, hielten sich die Auswirkungen an den Börsen in Grenzen. Die seit Monaten bestehenden, durch zunehmenden Protektionismus initiierten Unsicherheiten sind zwar kurzfristig gestiegen, allerdings haben sich viele Anleger daran gewöhnt und viele Fragen sind nach wie vor offen. Eine zentrale Fragestellung ist, welchen Zollsatz die US-Regierung denn nun auf Basis einer anderen Rechtsgrundlage als Ausgleich erheben wird? Nach momentanem Stand sind es vorerst 10 Prozent, befristet auf maximal 150 Tage.
Zudem gibt es erneut eine Reihe von Ausnahmeregelungen und es ist nicht sicher, ob bereits verhandelte Freihandelsabkommen mit einzelnen Handelspartnern weiter Bestand haben. Entsprechend setzte die Europäische Union (EU) die Ratifizierung des EU-USA-Handelsdeals zunächst aus. Planungssicherheit für Unternehmen, die Außenhandel zwischen Europa und Amerika betreiben, ist entsprechend kaum gegeben. Derweil sind bereits hunderte Klagen mit Forderungen auf Rückerstattung bereits entrichteter Zölle bei US-Gerichten eingegangen. Potenziell könnten einige Unternehmen davon erheblich profitieren. Allerdings werden entsprechende Verfahren voraussichtlich erst in einigen Jahren entschieden werden.
In Deutschland signalisierte die Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex eine leichte Erholung der Unternehmensstimmung bei Dienstleistern, in der Industrie und im Bausektor. Weiterhin verhalten entwickelt sich hingegen das Konsumklima. Vor dem Hintergrund einer anhaltend erhöhten Arbeitslosigkeit sowie gestiegener Lebenshaltungskosten sparen viele Menschen lieber, anstatt den Konsum anzukurbeln.
In der kommenden Woche stehen volkswirtschaftliche Daten aus den USA im Fokus. Der Februar-Arbeitsmarktbericht etwa erlaubt Rückschlüsse auf die Entwicklung der Lohndynamik, einer wichtigen Inflationskomponente, sowie den künftigen privaten Konsum, der unter steigender Arbeitslosigkeit leiden würde.
An den Börsen dürfte zudem weiterhin die Frage nach den potenziellen Auswirkungen des zunehmenden Einsatzes Künstlicher Intelligenz (KI) auf einzelne Branchen und Unternehmen eine Rolle spielen. Dabei stehen verbesserten Gewinnmöglichkeiten durch Produktivitätssteigerungen disruptive Wirkungen gegenüber, wenn die Anwendung von KI heute noch ertragreiche Geschäftsgrundlagen obsolet werden lässt.