Gewürze sind pur, Gewürzzubereitungen enthalten oft billige Füllstoffe. © belchonock/smarterpix
Ob „Kräuter der Provence“, „Knoblauchgranulat“ oder „Hähnchenwürzer“ – die Auswahl in den Gewürzregalen der Supermärkte ist groß, die Preisunterschiede sind erheblich: Je moderner Name und Design, desto teurer ist das Produkt oft. Doch trotz toller Aufmachung gibt es große Qualitätsunterschiede. Deshalb sollte man auf Kennzeichnung und Zutatenliste achten.
Bei Einzelprodukten ist man auf der sicheren Seite: Wer Kümmel, Oregano oder Pfeffer kauft, erhält die gewünschten Pflanzenteile in getrockneter Form. Eine Gewürzmischung besteht gemäß den deutschen „Leitsätzen für Gewürze und andere würzende Zutaten“ ebenfalls zu 100 Prozent aus geschmacks- und geruchsspendenden Pflanzenteilen, also etwa Blätter, Rinde, Früchte und Samen. In diese Kategorie fallen Küchenklassiker wie „Kräuter der Provence“ oder „Italienische Kräuter“.
Eine sogenannte Gewürzzubereitung dagegen enthält nur noch mindestens 60 Prozent Gewürze und Kräuter, der Rest entfällt auf Salz, Zucker, Füll- oder Aromastoffe. Im Zweifelsfall sollte man sich nicht von der Schauseite des Produktes beeindrucken lassen, sondern die Zutatenliste checken. Das gilt nicht nur bei Fantasienamen wie „Barbecue“ oder „Hot Pommes“, sondern auch bei Klassikern wie „Curry“. Ein Marktcheck des Portals „Lebensmittelklarheit“ brachte etliche Mängel bei der Kennzeichnung zutage, gerade bei hochpreisigen Produkten in modernem Design von Onlinehändlern, kleinen Start-ups oder Fernsehköchen. Salz, Zucker, Aromastoffe, Glutamat oder Hefeextrakt sind günstiger als echte Kräuter und Gewürze, gleiches gilt für Füll- und Trägerstoffe wie Reismehl oder Speisestärke. In sogenannten Gewürzsalzen liegt der Gewürzanteil erwartungsgemäß noch niedriger, nämlich bei einem Mindestgehalt von 15 Prozent. Wer diese Produkte oder salzreiche Gewürzzubereitungen verwendet, sollte nicht noch zusätzlich salzen. Mehr als sechs Gramm Salz pro Tag sollte man nicht zu sich nehmen.
Aus gesundheitlicher Sicht ist es auch nicht nötig, das Haushaltsbudget mit teurem Himalaya-Salz, peruanischem Sonnensalz aus den Anden und ähnlichen Produkten zu belasten. Sie werben gerne mit einem höheren Mineralstoffgehalt – die Mengen sind jedoch viel zu gering, als dass sie zur Deckung des Tagesbedarfs beitragen könnten. Aus ökologischer Sicht sind auch die weiten Transportwege kritisch zu sehen. Beim Speisesalz sollte man möglichst die jodierte Variante wählen.