Steigende CO2-Preise, Risiken an den Märkten für Öl und Gas, Wertsteigerung des Hauses: Vieles spricht für den Umstieg auf Grünstrom. Aber wo anfangen – und welche Kostenfallen gibt es? Das weiß der Energieberater Kay Plötner.
Herr Plötner, wie groß sollte eine PV-Anlage sein?
Man sollte die Anlage nicht nach dem aktuellen Verbrauch planen, sondern überlegen: Welches Auto kaufe ich mir als nächstes? Und wann muss ich die Heizung ersetzen? Wenn in näherer Zukunft Großverbraucher dazukommen, würde ich die PV-Anlage größer dimensionieren, als es heute nötig wäre.
Lohnen sich Batteriespeicher?
Es kommt stark auf die Voraussetzungen und den Alltag an. Wenn ich tagsüber im Büro bin, aber eine PV-Anlage mit Süd-Ausrichtung habe, kann ein Batteriespeicher sinnvoll sein. Damit nutze ich den günstigen Strom der Mittagssonne und kann damit abends kochen. Wenn ich aber tagsüber meinen Zweitwagen laden kann, brauche ich vielleicht keinen Speicher mehr. Habe ich dagegen eine PV-Anlage mit Ost-West-Ausrichtung, bringt die zwar insgesamt weniger Ertrag, liefert aber morgens und abends mehr Strom. Die Kosten für einen Speicher könnten auch dann den Nutzen übersteigen.
Kann man sich gegen Blackouts schützen?
Für eine kurzfristige Insellösung bei Stromausfällen bräuchte man einen speziellen, netzbildenden Batteriespeicher. Zusätzlich müsste man einen Schalter installieren lassen, der das Haus automatisch sicher vom Netz trennt. Das kostet extra – und man braucht die Genehmigung des Netzbetreibers.
E-Autos und Wärmepumpen sind oft teuer. Lohnt sich das?
In manchen Fällen lohnt sich der Umstieg schon mit Netzstrom. Und je mehr PV-Strom ich nutzen kann, desto rentabler wird er. Am besten geeignet sind E-Autos, weil sie das ganze Jahr über einen gleichmäßigen Verbrauch haben. Auch eine Wärmepumpe macht oft Sinn, weil sie die Sonnenenergie in Form von Warmwasser gut über den Tag speichern kann. Ein Energie-Management-System steuert die Geräte automatisch so, dass insgesamt möglichst viel PV-Strom genutzt wird. Ob sich das am Ende – zusammen mit den Förderungen – lohnt, kann ein Energieberater berechnen.