VERBRAUCHER

Eier-Engpass zu Ostern?

von Redaktion

Heuer ist das Angebot knapper als sonst. © Smarterpix

Wer dieser Tage Eier kaufen will, muss gelegentlich improvisieren: Die Regale in Supermärkten und Discountern sind teils nicht so gut gefüllt wie gewohnt. Einzelne Sorten fehlen, die Auswahl ist mancherorts eingeschränkt. Auch von einer Eier-Krise ist gelegentlich die Rede. Wie ist die Situation? Die Branche spricht von einer angespannten, aber stabilen Lage: „Die Situation bleibt aufgrund der Vogelgrippe für die gesamte Branche herausfordernd“, sagte ein Sprecher der Rewe-Gruppe. Man stehe in engem Austausch mit Lieferanten und sei flexibel aufgestellt, um die Versorgung zu gewährleisten. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels erklärte, die Versorgung sei wieder stabil. Auch Marktexperten sehen keine Krise. „Es gibt keinen Notstand, aber eine Eierknappheit“, sagt Margit Beck vom Informationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel. „Die Regale sind nicht leer, man sieht aber Lücken. Teilweise ist die Auswahl kleiner.“ Grund dafür sei auch die außerordentlich hohe Nachfrage. Wegen der Vogelgrippe mussten vergangenes Jahr mehrere hunderttausend Tiere gekeult werden. Der Wiederaufbau der Bestände braucht aber Zeit. Da der Lebensmittelhandel bevorzugt bedient wird, sind Gastronomie und verarbeitende Industrie stärker von der Knappheit betroffen. „Da wird schon mal eine Rezeptur gestreckt und ein Ei weggelassen, weil Eier schwerer zu bekommen sind“, sagt Beck. Das Angebot ist auch durch Veränderungen in der Haltungsstruktur begrenzt. Ende 2025 gingen die letzten Betriebe mit Kleingruppenhaltung aus der Produktion. Diese Eier waren vor allem für die verarbeitende Industrie wichtig. Die fehlenden Mengen müssten ersetzt werden, sagt Charlotte Wilmes von der Landwirtschaftskammer NRW. Dadurch komme es zu veränderten Warenströmen, was den Druck auf dem Markt erhöhe.

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