Die erste gemeinsame Wohnung: Bei Versicherungen lässt sich sparen, was Paare vielleicht lieber in die Einrichtung investieren. © smarterpix
Wenn zwei Haushalte zusammengelegt werden, sollte ein wichtiges Thema nicht im Umzugsstress untergehen: die einzelnen Versicherungen. Was kann zusammengelegt werden und welche Versicherungen bleiben individuell? Ein Blick auf die wichtigsten Policen kann sich lohnen, erklären Verbraucherschützer. Vor allem dort, wo zwei Verträge am Ende nur Kosten verursachen, aber keinen zusätzlichen Nutzen bieten.
Hausrat
Die Hausratversicherung deckt einmal alles ab, was in der gemeinsamen Wohnung steht. Möbel, Kleidung, Elektronik oder auch der neue Espressovollautomat lassen sich problemlos mit einer einzigen Hausratversicherung absichern. Schäden durch Einbruch, Feuer oder Leitungswasser sind abgedeckt. Wer zusätzlich Naturgefahren wie Starkregen oder Rückstau versichern will, braucht einen Schutzbaustein. Wichtig: Beide Partner müssen dem Versicherer den neuen Wohnort melden, damit der gemeinsame Besitz richtig versichert ist. Haben beide bisher jeweils eine eigene Police, kann die jüngere meist außerordentlich gekündigt werden, da sonst eine unnötige Doppelversicherung besteht.
Rechtsschutz
Paare können durch einen Familientarif gemeinsam vorsorgen, solange beide denselben Erstwohnsitz haben. Häufig lassen sich bereits bestehende Rechtsschutzversicherungen entsprechend erweitern. So kann der Partner nachträglich mitversichert werden.
Privathaftpflicht
Die Privathaftpflicht zählt zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt, denn wenn eine solche fehlt, können ganz schnell hohe Summen fällig werden, wenn man (wenn auch nur aus Versehen) anderen Schaden zufügt. Paare können sich über eine Familien- oder Partnerpolice gemeinsam schützen, was in vielen Fällen günstiger ist. Wichtig ist, dass beide namentlich im Vertrag stehen. Schäden, die innerhalb der Partnerschaft passieren, sind jedoch meist ausgeschlossen. Auch hier gilt: den besseren Vertrag behalten, die Doppelversicherung kündigen. Eine Mindestdeckungssumme von zehn Millionen Euro sollte es mindestens sein, rät die Stiftung Warentest.
Auslandschutz
Gerade außerhalb Europas ist ein Reisekrankenschutz unverzichtbar und innerhalb der EU stark empfohlen, so die Stiftung Warentest. Eine Police für alle Reisenden spart oft Geld. Auch Paare ohne Kinder können durch einen Familienvertrag deutlich günstiger unterwegs sein. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt in der Regel keinen Rücktransport und das wird ohne Versicherung schnell richtig teuer.
Individuell
Nicht alle Policen lassen sich zusammenlegen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sowie Kranken- und Unfallversicherungen bleiben jedem selbst überlassen. Auch Risikolebensversicherungen laufen für jede Person getrennt. Diese Versicherung schützt den finanziell schwächeren Partner. Gerade bei unverheirateten Paaren kann diese Versicherung im schlimmsten Fall existenziell werden. Gegebenenfalls sollte hier überprüft werden, ob alles noch auf aktuellem Stand ist.