Vor dem Mietvertrag kommt oft die Schufa-Auskunft. Die Auskunftei will künftig transparenter werden. Ab 17. März kann jeder einsehen, wie seine persönliche Kreditwürdigkeit zustande kommt. © Christin Klose, dpa
Es ist der radikalste Einschnitt in der Geschichte der Schufa. Deutschlands wichtigste Auskunftei räumt radikal auf und bietet künftig nur noch einen zentralen sogenannten Score an. Gleichzeitig legt sie erstmals offen, wie er sich zusammensetzt. Vom 17. März an kann jeder einsehen, wie die Schufa die persönliche Kreditwürdigkeit bewertet.
Was ist der Schufa-Score?
Der Schufa-Score ist eine Zahl. Sie gibt wieder, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand einen Kredit bedienen oder eine Rechnung bezahlen kann. Berechnet wird sie nach einer Formel, in die verschiedene Kriterien wie Zahl der Ratenkredite einfließen. Banken zum Beispiel fragen ihn ab, um besser einschätzen zu können, ob sie Kredite vergeben können. Mobilfunkunternehmen nutzen die Zahl, wenn sie einen neuen Vertrag abschließen.
Warum ist der Score der Schufa wichtig?
Die Schufa ist die größte Auskunftei dieser Art in Deutschland. Sie hat Informationen von 6,4 Millionen Firmen und rund 68 Millionen Bundesbürgern gesammelt. Täglich erreichen die Schufa rund 340.000 Anfragen von Firmen, die einschätzen wollen, ob sie Geschäft mit einer Kundin oder einem Kunden machen wollen.
Was macht die Schufa jetzt?
In der Vergangenheit hatte die Schufa viel Ärger. Verbraucherschützer bemängelten, wie undurchsichtig das Unternehmen war. Es gab zahlreiche Gerichtsverfahren. Die Auskunftei ermittelte verschiedene Scores für verschiedene Firmenkunden. Der wichtigste war der Banken-Score. Einsehen konnten die Verbraucher zuletzt einen sogenannten Basis-Score, der auf dem für die Banken aufbaut, aber tatsächlich extra berechnet wurde. Jetzt räumt die Auskunftei auf. Künftig gibt es einen zentralen Score, den auch die Verbraucher kostenlos abrufen können. Er ersetzt die sechs wichtigsten Branchen-Scores und den Basis-Score. Alles soll einfacher und klarer werden.
Wie sieht der Score aus?
Der neue Score hat maximal 999 Punkte. Ein Score von 868 bedeutet, dass jemand sehr kreditwürdig ist. Ein hervorragender Wert. Ein Score von 350 gilt als ausreichend. Der niedrigste mögliche Wert ist 100. Grundsätzlich gibt es keinen Score – anders als bisher –, wenn jemand aktuell einen Kredit nicht mehr bedienen kann oder Rechnungen nicht beglichen hat – eine sogenannte Zahlungsstörung.
Wie wird der neue Score berechnet?
Künftig richtet sich der Score nach zwölf Kriterien, die die Schufa-Statistiker als besonders aussagekräftig ermittelt haben. Für jedes gewährt die Schufa Punkte (siehe Tabelle unten).
Die Summe der Punkte ergibt den Score. Das Kriterium Zahlungsstörungen hat dabei das größte Gewicht. Wer einmal nicht zahlen konnte, wird es wahrscheinlich auch wieder nicht können, wie die Statistiker ermittelt haben. Je länger die Zahlungsstörung zurückliegt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls und desto mehr Punkte gibt es. Ohne Zahlungsstörungen jetzt oder in den vergangenen drei Jahren sind 264 Punkte möglich. Drei Jahre deshalb, weil die Schufa nach dieser Frist die Daten löschen muss.