Die Schufa hat ihre neue Bonitätsbewertung freigeschaltet. Verbraucher können seit Dienstag kostenlos einsehen, ob sie die Auskunftei für einen verlässlichen Schuldner hält. Das ist unter anderem für Bankgeschäfte, für einen Handy-Vertrag für den Autokauf oder für das Mieten einer Wohnung wichtig. Viele Unternehmen klären mithilfe des Schufa-Scores, ob sie mit einem Kunden ein Geschäft eingehen.
Wer wissen möchte, wie die Schufa ihn bewertet, kann sich die App der Auskunftei installieren oder sich auf der Internetseite der Schufa anmelden. Möchte man sofort Einblick, benötigt man einen elektronischen Personalausweis samt 6-stelliger PIN, um sich zu identifizieren. Hat man das nicht, muss man sich die Zugangsdaten zum Schufa-Konto per Post schicken lassen, was einige Tage dauert. Vorsicht: Neben der kostenlosen Auskunft zum eigenen Schufa-Score gibt es auch Abos, die tiefere Einblicke gewähren und weitere Services bieten, aber fünf bis zehn Euro pro Monat kosten. Wer nur seinen Score prüfen will, braucht diese Bezahlangebote nicht.
Nach viel Kritik hat die Schufa ihren Score überarbeitet und offengelegt. Die bisherige Bonitätsbewertung war ein Prozentwert von 0 bis 100. Der neue Score reicht jetzt von 100 bis 999 – je höher, desto besser. Er basiert auf zwölf Kriterien und soll widerspiegeln, wie viele und welche Kredite ein Verbraucher hat, ob er diese bedient, ob er häufig neue Konten eröffnet und viele Kreditkarten beantragt oder häufig tief im Dispo ist. Laut Schufa bleiben acht von zehn Verbrauchern trotz Umstellung in der gleichen Bonitätsklasse.
Die Schufa honoriert langjährige und unproblematische Geschäftsbeziehungen. Wer dagegen häufig Konten wechselt und umzieht, kann abgestraft werden. Auch junge Menschen erhalten keine hohen Werte. Ergibt die Prüfung des persönlichen Scores, dass bei der Schufa falsche Daten hinterlegt sind, sollten Verbraucher Widerspruch bei der Schufa einlegen und die falschen Daten korrigieren oder löschen lassen.HÖSS