Frankfurt – Steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs könnten nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) das Wirtschaftswachstum bremsen und die Inflation kräftig anheizen. Dennoch hält die Notenbank mit ihrer Präsidentin Christine Lagarde vorerst an ihrem abwartenden Kurs fest. Die Leitzinssätze bleiben unverändert, wie die Zentralbank mitteilte.
Im wahrscheinlichsten Szenario erwartet die Notenbank für 2026 eine Teuerungsrate von durchschnittlich 2,6 Prozent im Euroraum. Das ist deutlich über der mittelfristig angepeilten Marke von 2,0 Prozent, bei der die Notenbank ihr wichtigstes Ziel gewahrt sieht: Für einen stabilen Euro zu sorgen und so die Kaufkraft der Menschen zu erhalten. Noch im Dezember war die EZB für 2026 von einer Inflationsrate von 1,9 Prozent ausgegangen. Im Februar des laufenden Jahres lagen die Verbraucherpreise im Währungsraum um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Diesmal will die Notenbank verhindern, zu spät auf eine Preiswelle zu reagieren. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 stand die EZB in der Kritik, den Preisanstieg lange unterschätzt zu haben. Die Inflation im Euroraum schnellte zeitweise auf mehr als zehn Prozent nach oben.