Nur die Hälfte arbeitet im Tarif
Berlin – Nur knapp die Hälfte (49 Prozent) aller Beschäftigten in Deutschland hat 2025 in einem tarifgebundenen Betrieb gearbeitet. Damit blieb die Tarifbindung gemessen an den Vorjahren konstant, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Allerdings war die Quote in früheren Jahren deutlich höher: Bis Mitte der 90er-Jahre wurden laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung etwa 85 Prozent aller Beschäftigten nach Tarifvertrag bezahlt. „Tarifverträge sind der wichtigste Garant für gute Löhne und Arbeitsbedingungen“, sagte Thorsten Schulten, Tarifexperte am WSI. Sie leisteten einen wesentlichen Beitrag für den sozialen Zusammenhalt. Umso erschreckender seien die jüngsten Zahlen. Der Statistik zufolge gab es 2025 große Unterschiede zwischen den Branchen: Die höchste Tarifbindung gab es im Bereich „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung“ mit 100 Prozent. Die Branchen mit der geringsten Tarifbindung 2025 waren Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei mit nur zehn Prozent.
Rohstoffe für Industrie teurer
München – Teures Öl und Gas bestimmen aktuell die Schlagzeilen, doch in der Industrie sind auch viele andere Rohstoffe knapp und extrem teuer geworden. Der Rohstoffindex, den die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft jährlich berechnet, lag 2025 bei 152,4 Punkten und damit fast fünf Prozent höher als im Jahr davor. Die unsichere Weltlage, die unberechenbare Handelspolitik der USA und Exportkontrollen in China hätten die Preise in die Höhe getrieben, berichtet vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Ein zuverlässiger Bezug von Rohstoffen zu bezahlbaren Preisen ist aber grundlegend, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu sichern“, sagte er. Besonders stark verteuerten sich Edelmetalle mit plus 41,6 Prozent gegenüber 2024. Der Goldpreis lag im Jahresschnitt um 44,4 Prozent höher, der Silberpreis 41 Prozent. Aber auch Industriemetalle wurden im Schnitt um 4,5 Prozent teure. Die für die bayerische Industrie mit ihrem starken Gewicht bei Auto- und Maschinenbau besonders wichtigen Metalle Aluminium und Kupfer verteuerten sich jeweils um 8,7 Prozent.