Ökostrom-Abschaltung: Bayern vorne

von Redaktion

Berlin – Wegen Staus im Stromnetz haben Erzeuger von Windkraft oder Solarstrom auch im vergangenen Jahr Anlagen zeitweise abschalten müssen und dafür knapp 435 Millionen Euro Entschädigung bekommen. Die Summe sank jedoch im Vergleich zu 2024 um rund 120 Millionen Euro – ein Rückgang, der sich seit Jahren fortsetzt. Dies geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch hervor.

Solarland Bayern war diesen Angaben zufolge 2025 mit 165 Millionen Euro Spitzenreiter bei dem finanziellen Ausgleich für Erzeuger Erneuerbarer Energien, danach folgten die großen Windkraftländer Niedersachsen mit 120 Millionen und Schleswig-Holstein mit 54 Millionen Euro. Dagegen bekamen Betreiber in Hessen, Bremen, im Saarland, Berlin und Hamburg wenig oder gar nichts.

Gerade an windreichen Tagen reichen die Leitungskapazitäten nicht aus, um den Strom zu transportieren. Die Netzbetreiber regeln deshalb bei Engpässen regional Erzeuger ab. Wie oft diese entschädigt werden müssen, wenn ihre Anlagen keinen Strom einspeisen dürfen, hängt also vom Wetter ab und davon, wie gut das Stromnetz ausgebaut ist. Die konkrete Höhe orientiert sich im Einzelfall am jeweiligen Marktpreis. Die hohe Summe für Bayern erklärt sich unter anderem daraus, dass dort viele Solaranlagen gebaut wurden, der Leitungsausbau aber nur langsam vorankommt.

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