Wer öfter kurzfristigen Kredit braucht, sollte über eine Umschuldung nachdenken. © dpa
Wer seinen Dispokredit nutzt, wird bei den meisten Banken kräftig zur Kasse gebeten. 11,28 Prozent Zinsen verlangen die Institute im Schnitt, hat das Vergleichsportal Verivox bei der Auswertung von 6600 Girokonten ermittelt. In der Spitze sind es sogar 15,31 Prozent – und zwar bei der Volks- und Raiffeisenbank Landsberg-Ammersee. „Zur kurzfristigen Überbrückung eines finanziellen Engpasses ist der Dispo praktisch, doch diese Flexibilität müssen Bankkunden bei vielen Geldhäusern teuer bezahlen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox.
Noch teurer kann es werden, wenn der Disporahmen überschritten wird. Dann verlangen viele Banken noch einen Zinsaufschlag für die geduldete Überziehung zwischen zwei bis sechs Prozentpunkten. Der durchschnittliche Aufschlag liegt bei 4,25 Prozent. Am teuersten ist die geduldete Kontoüberziehung bei der Raiffeisenbank Pfaffenhofen an der Glonn, hier müssen Kunden 19,75 Prozent Zinsen bezahlen. Der normale Dispozins ist bei der Bank mit 13,75 Prozent auch schon überdurchschnittlich hoch. Auffällig: Unter den Geldhäusern mit den höchsten Zinsen befinden sich zwölf Genossenschaftsbanken, sieben Sparkassen und nur eine Privatbank.
Bei kurzfristiger Nutzung sind die Kosten überschaubar: Wer für zehn Tage mit 500 Euro im Minus steht, muss dafür beim Durchschnittszinssatz von 11,28 Prozent 1,57 Euro Zinsen bezahlen. Wer jedoch für längere Zeit in finanzielle Engpässe gerät, der sollte statt des teuren Dispokredits lieber einen Ratenkredit aufnehmen, der ist laut Verivox im Schnitt nur halb so teuer.