Die wenig lukrative Riester-Rente wird abgelöst. Ab dem nächsten Jahr gibt es ein neues, staatlich gefördertes Vorsorgemodell und ein Altersvorsorgedepot für Kinder und Jugendliche.
Eingeführt wird ein leicht verständliches Standardprodukt, das alle Banken, Sparkassen und Versicherungen anbieten müssen. Das Altersvorsorgedepot soll dem langfristigen Vermögensaufbau dienen. Vorschriften wie Garantien, die bei der Riester-Rente noch die Rendite gedrückt hatten, fallen weg. Möglich ist damit auch, dass Geld in Aktienfonds angespart werden kann.
■ Kostendeckel
Im Vorfeld hatten Verbraucherschützer die Sorge, dass – wie bei Riester – hohe Kosten zum Renditekiller werden könnten, denn ursprünglich sollte der Geldwirtschaft ein Kostendeckel von 1,5 Prozent vorgegeben werden. „Viel zu hoch“ fanden das zum Beispiel die Verbraucherzentralen. Binnen zwei Wochen unterschrieben mehr als 230.000 Menschen eine Petition des Verbraucherschutzportals „Finanztip“, in der eine Deckelung bei nur 0,5 Prozent gefordert wird. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zeigte sich kompromissbereit. Bei einem Prozent soll das Limit jetzt liegen.
■ Zulagen
Die Grundzulage, die jeder Sparer bekommt, liegt aktuell bei 175 Euro pro Jahr und soll mit der Reform durch eine proportionale Zulage abgelöst werden. Künftig gibt es für jeden eingezahlten Euro 50 Cent vom Staat dazu, bis zu einer Höhe von 360 Euro. Bei einem Sparbeitrag von 360 Euro bis 1800 Euro im Jahr gibt es noch 25 Cent Förderung je Euro. Der Kinderzuschlag von 300 Euro im Jahr kann bereits ab einem Sparbeitrag von 25 Euro im Monat erreicht werden.
■ Frühstartrente
Vorgesehen ist außerdem die Einführung einer sogenannten Frühstartrente für Kinder und Jugendliche vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr. Dieses Vorsorgemodell ist ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag. Losgehen soll es rückwirkend zu 2026 mit dem Geburtenjahrgang 2020. Es soll dann geprüft werden, ob ab 2029 zusätzliche Jahrgänge, die bis dahin nicht berücksichtigt wurden, mit einbezogen werden. Geplant ist die Einrichtung eines individuellen Altersvorsorgedepots, für das es monatlich zehn Euro vom Staat als Zuschuss gibt. Das Depot kann dann nahtlos in die staatlich geförderte private Vorsorge übergehen.
■ Zeitplan
Die Reform soll am 26. März im Bundestag beschlossen werden und kann dann am 1. Januar 2027 starten.COM, AFP