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Trendprodukt Kreatin

von Redaktion

Viele möchten mit Nahrungsergänzungsmitteln ihre Leistung steigern. © dpa

Im Kraftsport und beim Bodybuilding wird Kreatin bereits seit Jahren als Nahrungsergänzung zur Leistungssteigerung genutzt. Aktuell verbreitet sich der Trend jedoch rasant in den Sozialen Medien, auch in Drogerien und Supermärkten, wo man mittlerweile sogar mit Kreatin angereicherten Pudding kaufen kann. Dabei ist Kreatin – anders als Vitamine beispielsweise – eine Substanz, die der Körper selbst in ausreichender Menge bilden kann, die tägliche Eigenproduktion beläuft sich auf etwa ein bis zwei Gramm. Hinzu kommt Kreatin aus Lebensmitteln, wo es vor allem in Fisch und Fleisch zu finden ist, kaum aber in pflanzlicher Nahrung. Kreatin dient der Energieversorgung der Muskeln, besonders wenn es darum geht, viel Energie in kurzer Zeit bereitzustellen – evolutionär war das vor allem im Kampf und auf der Flucht wichtig. Heute möchten viele mit einem Plus an Kreatin ihre sportliche Leistung verbessern. Im Gegensatz zu vielen anderen Nahrungsergänzungsmitteln auf dem Markt lässt sich diese Hoffnung auch durch wissenschaftliche Forschung untermauern, vor allem, was die Effekte auf den Muskelaufbau bei Krafttraining betrifft. Mittlerweile hat die Europäische Union zwei gesundheitsbezogene Werbeaussagen für Kreatin zugelassen. Hersteller dürfen nun mit der Formulierung „Kreatin erhöht die körperliche Leistung bei Schnellkrafttraining im Rahmen kurzzeitiger intensiver körperlicher Betätigung“ auf ihren Produkten werben, sofern diese drei Gramm Kreatin in der Tagesdosis liefern. Zudem müssen sie darüber informieren, dass ihre Präparate nur für intensiv trainierende Erwachsene konzipiert sind und eine tägliche Einnahme Voraussetzung für mögliche Wirkungen ist.

Wenig verwunderlich: Gerade in den Sozialen Medien preisen Influencer Kreatin oft deutlich enthusiastischer und mit einem viel breiteren Wirkspektrum an – das verlockt zum Kauf, widerspricht aber oftmals wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie geltendem Recht. Was die Werbung auch verschweigt: Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Menschen, die Kreatin einnehmen, treten gar keine positiven Effekte auf. Als Ursache wird vermutet, dass diese Personen von Natur aus über größere körpereigene Kreatinspeicher verfügen und eine zusätzliche Gabe deshalb keine Wirkung mehr erzielt. Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Stillende und Jugendliche sollten Kreatin grundsätzlich nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Mögliche Nebenwirkungen können Magen-Darm-Beschwerden und eine Gewichtszunahme durch vermehrte Wassereinlagerung sein.

Wer Kreatin als Nahrungsergänzungsmittel kaufen möchte, sollte vor allem bei Online-Bestellungen aus dem Ausland oder bei unbekannten Anbietern vorsichtig sein. Es besteht das Risiko, dass solche Präparate zum Beispiel mit Schwermetallen belastet sind, mit anderen Substanzen gestreckt wurden oder Kreatin in von den Behörden bislang nicht zugelassenen chemischen Verbindungen enthält.

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