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Ersatz für den Kaffee

von Redaktion

Kaffee in Maßen ist keineswegs ungesund. Dennoch wollen einige Koffein meiden. Das geht, zum Beispiel mit Getreideprodukten. © Bernd Diekjobst/dpa

Kaffee ist für viele ein steter Begleiter im Alltag, die Wissenschaft hat ihn auch längst von manchem Vorurteil freigesprochen: Kaffeegenuss in Maßen ist keineswegs ungesund. Trotzdem wird die Nische der Kaffeeersatzprodukte nicht kleiner, bietet sogar immer neue Varianten für diejenigen, die nach magenfreundlichen und weniger aufputschenden Alternativen suchen.

Kaffeeersatz wird nicht aus Kaffeebohnen hergestellt, sondern aus Getreide wie Gerste, Roggen, Dinkel und Weizen und anderen Pflanzen, darunter Zichorienwurzeln, Zuckerrüben und Süßlupinen. Die Alternativen ähneln in Farbe und Geschmack dem Bohnenkaffee, sind jedoch durchwegs koffeinfrei. Die kaffeeähnlichen Aromen und die dunkle Farbe entstehen durch Röstung. Wie beim Rösten von Bohnenkaffee kann dabei Acrylamid entstehen. Dieser Stoff steht im Verdacht, krebserregend zu wirken, weshalb die Gesamtzufuhr über Lebensmittel und Getränke möglichst gering gehalten werden sollte.

Kaffeeersatz bietet in dieser Hinsicht also keinen Vorteil gegenüber Bohnenkaffee. Während der Produktion dürfen außerdem Fette, Zuckerarten und Salz in geringen Mengen zugefügt werden. Wer Wert auf naturbelassene Produkte legt, sollte also die Zutatenliste studieren. Kaffeeersatz gibt es in gemahlener Form, um daraus Filter- oder Brühkaffee herzustellen. Auch als Instantprodukt ist er erhältlich.

Wer kein Gluten verträgt, kann anstelle von getreidehaltigem Kaffeeersatz auf Zichorien- oder Süßlupinenkaffee ausweichen. Die gerösteten und gemahlenen Wurzeln der Zichorie nutzt man schon seit dem 17. Jahrhundert: Es war üblich, damit den teuren Bohnenkaffee zu ersetzen oder zu strecken – bis in die Nachkriegszeit. Auch Getreidekaffee wird oft mit Zichorienkaffee gemischt, da er die erwünschten Bitterstoffe und eine dunkle Farbe mitbringt.

Einen Pluspunkt für den Kaffeeersatz gibt es in Sachen Umwelt: Die Herstellung von Bohnenkaffee benötigt viel Wasser. Im konventionellen Anbau kommen umweltschädliche Pestizide zum Einsatz. Zudem muss Bohnenkaffee über große Entfernungen importiert werden. Ersatzkaffee aus regionaler Erzeugung ist umweltfreundlicher. Das gilt vor allem für Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, die ohne bedenkliche Pflanzenschutzmittel und synthetische Düngemittel auskommen. Wer lieber beim Bohnenkaffee bleibt, kann nachhaltige Produkte aus Bioanbau und fairem Handel wählen.

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