Günstig in den Urlaub

von Redaktion

Badewetter im April: Dennoch meiden viele Urlauber aktuell Ägypten. © Benjamin Nolte/dpa

Griechenland (im Bild die Akropolis) könnte heuer zu den Gewinner-Ländern gehören. Es gilt als sehr sicher. © Socrates Baltagiannis/dpa

Seit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten verändert sich das Reiseverhalten in Europa deutlich. Urlauber buchen immer weniger Fernreisen. Vor allem Ziele in der Nähe des Irans, wie die Türkei oder Ägypten, meiden viele. Das bedeutet aber nicht, dass die Menschen weniger reisen. Sie verändern nur ihre Ziele. Infolgedessen steigt der Anteil der Buchungen in Europa sichtbar an. In Deutschland liegt das Umsatzplus sogar bei über 50 Prozent.

■ Hier wird storniert

Vor allem der Flugverkehr leidet unter dem aktuellen Nahost-Konflikt. Im März verzeichnete der Ifo-Branchenindikator sogar einen Rückgang von 41,7 Prozent. Im Februar waren es erst 14,8 Prozent. Der Reiseumsatz mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) brach demnach am meisten ein. Nur noch knapp ein Zehntel fliegt dorthin. Zu den beliebtesten Zielen in den Emiraten zählen Dubai oder Abu Dhabi. In der ganzen Region im Nahen Osten geht der Flugverkehr wegen der Sperrungen des Luftraums deutlich zurück. Laut Aero International waren zuvor täglich etwa 2000 Flüge von Europa in die Region unterwegs. Anfang März waren es nur noch 373. In den Städten in den Emiraten oder in Katar steigen aber auch viele Reisende um, die weiter nach Asien fliegen. Folglich stornieren immer mehr Urlauber ihre Reisen nach Asien. Wer sich dennoch auf Flugreise wagt, muss große Umwege in Kauf nehmen. Aber auch die in der Nähe des Irans gelegenen Länder, wie die Türkei oder Ägypten, verspüren einen deutlichen Einbruch. Im März haben die Deutschen 43 Prozent weniger Reisen nach Ägypten gebucht, das östliche Mittelmeer ist allgemein unbeliebter.

■ Hier wird es teurer

Aktuell wächst die Nachfrage nach Zielen, die weiter weg liegen von der Konfliktregion im Nahen Osten – etwa Griechenland und Spanien. „Besonders Ziele, die aktuell als sicher gelten, könnten weiter im Preis steigen“, schätzt das Europäische Verbraucherzentrum. Laut DER-Tour ist besonders Asien kostspieliger geworden, weil die Kerosin-Preise hoch sind und sich die Flugrouten verschoben haben.

■ Hier wird es günstiger

„Während stärker nachgefragte Ziele teurer werden könnten, sind in schwächer nachgefragten Regionen auch stabile oder sogar sinkende Preise denkbar“, erklärt der Deutsche Reiseverband. Dazu zählen vor allem östliche Mittelmeerländer, meldet der Reisekonzern Tui: „Grundsätzlich sehen wir derzeit ein gutes Angebot auch für kurzfristige Reisen nach Ägypten – das Zielgebiet ist bei Last-Minute-Gästen beliebt und die Hotelauswahl ist groß, da Ägypten im Gegensatz zu anderen Ländern auch als Ganzjahresdestination bekannt ist. Gute Angebote lassen sich auch in Richtung Türkei finden.“ Wie das „Handelsblatt“ berichtet, haben sich die deutschen Neubuchungen in Ägypten im Mai fast halbiert. Sparfüchse können aber auch in der Nähe neue Länder entdecken: „Bulgarien, Tunesien und Albanien sind grundsätzlich preiswerte Reiseziele, für die es auch noch günstige Angebote im Reisebüro gibt“, rät der Reiseverband. Auch DER-Tour sieht in Tunesien, der Türkei, Ägypten und Bulgarien „ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“. Denn „diese Destinationen profitieren aktuell von stabilen Kapazitäten, attraktiven Hotelangeboten und gezielten Last-Minute-Aktionen.“ Auf der Langstrecke seien in die USA viele Flüge verfügbar, erklärt Tui: „Dieses Jahr gibt es noch interessante Restkontingente zu durchaus attraktiven Preisen.“ Laut Reiseverband gilt grundsätzlich: „Je früher man bucht, desto günstiger ist es.“ Besonders Wagemutige finden gerade auch in den Nahost-Destinationen leere Hotels vor: „Für Individualreisende gibt es zurzeit gute Angebote am Arabischen Golf – das Zielgebiet wird aber von Pauschalreiseveranstaltern aufgrund der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nicht angeboten“, so Veranstalter Tui. Hier reist man im Zweifel also auf eigene Verantwortung.

Artikel 3 von 5