Violetter Kohlrabi schmeckt würziger als der grüne, er ist aber auch deutlich seltener. © Smarterpix
Im Gegensatz zum Spargel ist der Kohlrabi ein eher unauffälliges Frühlingsgemüse – ohne offiziellen Saisonstart, Königin oder Diskussionen um den Preis. Dank Gewächshausanbau ist Kohlrabi mittlerweile ganzjährig erhältlich, geschmacklich am feinsten und zartesten ist er jedoch im Frühjahr. Dann genießt man ihn am besten als Rohkost, zum Beispiel als Sticks mit leckeren Dips, geraspelt im Salat oder in feine Scheiben geschnitten als Carpaccio mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer.
Sogar bei vielen Kindern ist das milde Kohlgemüse beliebt – weil es eben so wenig nach Kohl schmeckt. Trotzdem stecken viele gesunde Inhaltsstoffe in den kalorienarmen Knollen wie Folsäure, Vitamin C, Kalium, Magnesium und reichlich Ballaststoffe. Dazu kommen gesundheitsförderliche Senföle, sie sind auch für den leicht scharfen Geschmack verantwortlich. Auch die Kohlrabiblätter sind essbar. Sie enthalten sogar höhere Nährstoffkonzentrationen als die Knolle selbst. Wer sie für Suppen, Aufläufe oder Pesto verwenden möchte, nimmt am besten Bioware, um Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden. Oder greift auf selbst angebauten Kohlrabi zurück. Wer gerne gärtnert, kann auch violette Kohlrabisorten pflanzen, die im Handel seltener zu finden sind. Violetter Kohlrabi schmeckt meist würziger als grüner und wächst auch gut im Freiland. Seine Farbstoffe, die Anthocyane, wirken antioxidativ und zellschützend.
Beim Einkauf sollte man auf prall und frisch aussehende Knollen achten, deren Blätter noch nicht welken. Kleine Knollen sind meist zarter als große und weniger holzig. Man braucht sie auch nicht zu schälen. Isst man den Kohlrabi nicht sofort, entfernt man die Blätter und wickelt ihn in ein feuchtes Tuch. So hält er im Gemüsefach etwa ein bis zwei Wochen, wobei Geschmack und Nährwerte im Laufe der Lagerung allmählich abnehmen. Alternativ kann man ihn auch in Stücke geschnitten für drei Minuten blanchieren und danach einfrieren.
In der warmen Küche lässt sich Kohlrabi besonders gut mit Kartoffeln kombinieren, zum Beispiel in Suppen, Püree, Auflauf oder Salaten. Die Knollen lassen sich auch im Ganzen garen, aushöhlen und füllen. Wer Kohlrabi mit Käse überbäckt oder in üppiger Sahnesoße isst, nimmt entsprechend mehr Kalorien zu sich. Nötig ist das nicht, um dem milden Gemüse mehr Geschmack zu verleihen: Zum Würzen eignen sich frische Kräuter wie Dill oder Petersilie. Wer es kräftiger mag, kombiniert mit scharfem Meerrettich. Auch ein paar Späne Parmesan oder geröstete Kürbiskerne als Topping bringen Biss und Aroma in Kohlrabi-Gerichte.