Entspannen auf dem Balkon: Mieter haben viel Gestaltungsspielraum. © thomas warnack, dpa
Balkon und Terrasse dürfen Mieter grundsätzlich nach ihren Vorstellungen nutzen. „Der Balkon ist ein wichtiges Stück Lebensqualität – seine Nutzung ist grundsätzlich frei, endet aber dort, wo berechtigte Interessen der Nachbarschaft beeinträchtigt werden“, erklärt der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes, Florian Becker. Was gilt genau?
■ Pflanzen & Markisen
Blumen, Pflanzen, Kräuter und auch Gemüse wie Tomaten oder Gurken sind auf dem Balkon erlaubt. Blumenkästen dürfen angebracht werden, müssen aber sicher befestigt sein, damit sie auch bei Wind nicht herabfallen. Aus Sicherheitsgründen sollten Kästen und Töpfe befestigt und an der Innenseite des Balkons angebracht werden. Das Anbringen von Blumenkästen an der Balkonaußenseite können Vermieter aus bestimmten Gründen verbieten, etwa wegen ihrer Verkehrssicherungspflicht, wenn unterhalb des Balkons Autos abgestellt werden, so ein Urteil des Landgerichts Berlin.
Wenn Blüten und Blätter von Balkonblumen herabfallen, müssen die Nachbarn unten das dulden, aber: Wuchernde Pflanzen, die über die Balkonbrüstung wachsen und Nachbarbalkone beeinträchtigen, müssen zurückgeschnitten werden. Beim Gießen gilt ebenfalls Rücksichtnahme: Wasser darf nicht auf den darunterliegenden Balkon tropfen, wenn sich dort erkennbar Nachbarn aufhalten, entschied das Landgericht München I. Auch Stühle, Tische, Bänke oder Sonnenschirme dürfen aufgestellt werden. Für eine Markise oder eine Balkonverkleidung ist allerdings in der Regel die Zustimmung des Vermieters nötig.
■ Grillen, Feiern, Rauchen
Essen, Trinken und Feiern auf dem Balkon sind erlaubt – allerdings nur so, dass Nachbarinnen und Nachbarn möglichst wenig gestört werden. Ab 22 Uhr gilt die Nachtruhe. Und Grillen? Das ist „erlaubt, aber …“, so der Verband: Steht im Mietvertrag ein ausdrückliches Grillverbot, darf nicht gegrillt werden. Und wenn Rauch in benachbarte Wohnungen zieht, ist Grillen ebenfalls nicht zulässig.
Rauchen auf dem Balkon ist grundsätzlich erlaubt. Wegen des aufsteigenden Zigarettenrauchs sollte man Rücksicht besonders auf die darüber wohnenden Parteien nehmen. Der Mieterbund rät, dass sich Nachbarn möglichst miteinander abstimmen. Können sie sich nicht einigen, können Gerichte sogar feste Raucher- und Nichtraucherzeiten festlegen.