Was der Urlaub heuer kostet

von Redaktion

Pauschalreisen sind in diesem Jahr deutlich teurer als im Vorjahr, aber es gibt erste Regionen, in denen es jetzt wieder billiger wird. © Smarterpix

In den Daten von Buchungsportalen hinterlässt der Iran-Krieg seine Spuren: „In den vergangenen Wochen ist im Zuge des Nahost-Konflikts eine spürbare Zurückhaltung bei Urlaubern zu beobachten“, heißt es in einer Auswertung des Portals HolidayCheck. Die Devise vieler Urlauber lautet offenbar: Lieber mal abwarten. Oder dorthin gehen, wo man glaubt, dass es sicher ist.

Das Verhalten der Urlauber wirkt sich auf die Preise aus. Steigt die Nachfrage in einer Region, klettern dort die Preise. Gleichzeitig langen die Fluggesellschaften kräftig zu, weil das Kerosin knapp und teuer ist. „Die Preisentwicklung bleibt dynamisch und stark abhängig von der Nachfrage und dem Ölpreis“, heißt es in der Analyse. Wer jetzt bucht, spürt die Folgen auf dem Bankkonto: Die Preise für Pauschalreisen liegen demnach „im unteren zweistelligen Prozentbereich“ über denen des Vorjahres. Das heißt: Der Urlaub kostet mindestens 10 Prozent mehr.

Die gute Nachricht: In ersten Ferienregionen sind die Preise im April verglichen mit dem März wieder gesunken (siehe Tabelle). „Wir beobachten, dass Reiseveranstalter und Airlines ihre Angebote aktuell sehr gezielt an die Marktsituation anpassen“, sagt Expertin Nina Hammer von HolidayCheck. „Kapazitäten werden in stark nachgefragte Zielgebiete gesteuert.“ Damit steigt dort nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Angebot der Reiseveranstalter – und das sorgt dafür, dass sich die Preise teilweise stabilisieren oder sogar zurückgehen, so die Analyse.

Innerhalb von nur vier Wochen sind die Preise im ägyptischen Ferienort Hurghada um 15 Prozent gefallen. Hier gibt es womöglich auch einen zweiten Grund für den Preisrückgang: Die Urlauber meiden die Region, weil sie den Nahen Osten generell für unsicher halten. Aber auch weiter im Westen wird es billiger: Pauschalreisen auf die Kanareninsel Fuerteventura haben sich innerhalb eines Monats um 8 Prozent verbilligt, Reisen nach Mallorca um 6 Prozent. Auch die Algarve in Portugal und die Costa de la Luz kosten wieder weniger. Das Gegenteil dagegen auf den Azoren und der italienischen Insel Sizilien: Hier verteuern sich Pauschalreisen innerhalb von vier Wochen um 16 beziehungsweise 13 Prozent.

Unterm Strich am günstigsten bleibt die Costa Brava im Nordosten Spaniens – der Preis ist verglichen mit dem März um sieben Prozent gefallen. Für eine einwöchige Pauschalreise bezahlt ein Paar laut HolidayCheck im Schnitt 1770 Euro – inklusive Flug, Transfer und Verpflegung. Berechnet wurde der Preis für einen Reisezeitraum vom 29. Juni bis 13. September. Am zweitbilligsten ist das ägyptische Hurghada mit 1830 Euro. Aber auch die zu Tunesien gehörende Mittelmeerinsel Djerba zählt trotz eines Preisanstiegs um 7 Prozent zu den günstigsten Destinationen – ein Paar bezahlt im Schnitt 1890 Euro für eine Pauschalreise.

Lohnt es sich jetzt, mit der Buchung zu warten, weil die Preise weiter fallen könnten? Diese Frage lässt sich laut HolidayCheck nicht beantworten. „Wie sich die Preise in den kommenden Monaten entwickeln, lässt sich derzeit noch nicht abschließend prognostizieren.“ Neben der Nachfrage seien auch die Flugkapazitäten relevant. Entscheidend werde die Entwicklung im Nahen Osten sein. „Insbesondere die Frage, ob wichtige Handelsrouten wie die Straße von Hormus offenbleiben, kann sich direkt auf Öl- und Kerosinpreise und damit auf Flugkosten auswirken.“

Artikel 4 von 7