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Alles vom Löwenzahn

von Redaktion

Löwenzahn ist vielseitig. Selbst die Wurzeln können verwertet werden. © Steinbach, Smarterpix

Wer sich für die Welt der Wildkräuter interessiert, kann jetzt optimal starten: Überall auf den Wiesen wächst und blüht wieder der Löwenzahn. Anders als beim Bärlauch mit seinen giftigen Doppelgängern gibt es beim Löwenzahn kaum eine Verwechslungsgefahr – so typisch sind seine gezahnten Blätter, der blattlose, hohle Stängel und die gelb leuchtende Blüte.

Alle Pflanzenteile des Löwenzahns sind ungiftig und essbar. Die jungen, Vitamin-C-reichen Blätter mit ihrem herb-nussigen, an Rucola erinnernden Geschmack gibt man zum Beispiel in Salate, Pesto, Suppen, Quiche oder Kräuterquark. Sie lassen sich auch wie Spinat als Blattgemüse zubereiten.

Die Bitterstoffe im Löwenzahn wirken verdauungsfördernd, mit zunehmendem Alter werden die Blätter jedoch immer bitterer und weniger wohlschmeckend. Die Blüten sind gut als Dekoration für Speisen und Getränke verwenden – aber nicht nur das: Die noch geschlossenen Blütenknospen lassen sich wie Kapern mit Essig und Salz einlegen.

Junge, saftige Blüten wiederum eignen sich als veganer Honig-ersatz. Für einen solchen Löwenzahnhonig kocht man die Blüten zunächst mit Wasser auf. Der abgekühlte Sud darf dann einige Stunden durchziehen, bevor man die Blüten mit einem Sieb entfernt. Mit Zucker und etwas Zitrone gemischt lässt man den Sud dann so lange köcheln, bis er eine honigartige Konsistenz erreicht. Dann kann man ihn in frisch ausgekochte Gläser abfüllen. Wie echten Honig sollte man auch die Löwenzahnvariante lichtgeschützt und eher kühl lagern.

Getrocknete Löwenzahnblüten machen sich gut in Kräuterteemischungen. Sogar die Löwenzahnwurzel lässt sich als Lebensmittel nutzen. Sie wird allerdings erst im Herbst ausgegraben, wenn die oberirdischen Pflanzenteile absterben und alle Nährstoffe sich in der Wurzel für den Neuaustrieb im Frühling sammeln. Gründlich gesäubert lassen sich die bitter schmeckenden Löwenzahnwurzeln ähnlich wie Schwarzwurzeln zubereiten. Geröstet und gemahlen ergeben sie eine Art Kaffeeersatz. Die Wurzeln und Blätter des Löwenzahns werden traditionell auch als Heilmittel genutzt, beispielsweise gegen Verdauungsbeschwerden.

Wer Blätter und Blüten sammeln möchte, sollte das möglichst fernab von Straßenrändern, Hundewiesen und frisch gedüngten Flächen tun. Ein optimaler Sammelort ist auch der eigene Garten. Hier kann man zudem einen Trick ausprobieren, wenn man weniger bittere Löwenzahnblätter essen möchte: Stülpt man der Pflanze vor der Ernte für etwa eine Woche einen lichtundurchlässigen Kübel über, bildet sie weniger Bitterstoffe aus.

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