Tankrabatt: Das gilt ab 1. Mai

von Redaktion

Bereits in den Morgenstunden des 1. Mai könnten Benzin und Diesel deutlich günstiger sein. An den Folgetagen dürfte der Preisverfall weitergehen. © Frank Hoermann/SVEN SIMON, IMAGO

Ab 1. Mai sollen Benzin und Diesel billiger werden. Der Tankrabatt tritt in Kraft, er soll für Autofahrer die Folgen des Iran-Krieges abmildern. Am Freitag hat das Gesetz Bundestag und Bundesrat passiert.

Wie stark sinkt die Steuer auf Sprit?

Die Energiesteuern auf Diesel und Benzin sinken um 14,04 Cent pro Liter. Das orientiert sich an der Mindestbesteuerung von Diesel. Weil auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich insgesamt eine Steuerreduzierung um 16,7 Cent. Die Reduzierung soll ab 1. Mai und bis Ende Juni gelten.

Ab wann wird Sprit billiger?

Voraussichtlich sinken die Preise am 1. Mai um Mitternacht oder zumindest in den frühen Morgenstunden deutlich. Das liegt aber vor allem daran, dass die Kunden es so erwarten. Denn der meiste Sprit, der in der ersten Phase des Tankrabatts verkauft wird, ist aus Sicht der Mineralölkonzerne und Tankstellen noch mit der normalen, höheren Steuer belegt. Die Energiesteuer wird nämlich nicht beim Verkauf an der Zapfsäule, sondern bei der Lieferung an die Tankstelle fällig. Genau genommen: In dem Moment, in dem der Sprit die Raffinerie oder das Großtanklager verlässt, fällt die Steuer an.

Sinkt der Preis um die vollen 16,7 Cent?

„Es ist nicht davon auszugehen, dass die Preise am 1. Mai um Mitternacht sofort um die vollen 16,7 Cent sinken“, sagt ADAC-Experte Christian Laberer. „Das war auch 2022 nicht der Fall. Stattdessen sind die Preise sukzessive gefallen.“ Letztlich werden Preise und Preisentwicklung von Tankstelle zu Tankstelle unterschiedlich sein. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hat angekündigt, dass die volle Steuerersparnis weitergegeben werden soll, wies aber darauf hin, dass dies auch von anderen Preisentwicklungen überlagert werden kann.

Wird der Sprit so billig wie vor dem Krieg?

Voraussichtlich nicht. Vor Kriegsausbruch Ende Februar kostete ein Liter Super E10 1,778 Euro, ein Liter Diesel 1,746 Euro. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags waren es laut ADAC 2,074 Euro pro Liter Super E10, bei Diesel 2,150 Euro. Das waren rund 30 beziehungsweise rund 40 Cent mehr als vor dem Krieg.

Wie viel bringt der Rabatt dem Durchschnittsfahrer?

Ein Diesel-Auto wird laut Kraftfahrt-Bundesamt pro Jahr im Schnitt rund 17.000 Kilometer gefahren. Mit einem typischen Verbrauch von 7 Litern auf 100 Kilometer ergibt der Rabatt – sofern er komplett ankommt – rechnerisch eine Ersparnis von rund 33 Euro in den zwei Monaten. Bei einem Benziner sind es rund 9500 Kilometer im Jahr – bei einem typischen Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer spart der Rabatt rechnerisch gut 21 Euro in zwei Monaten.

Drohen lange Schlangen oder Engpässe?

Tankstellen haben einen Anreiz, mit eher kleinen Lagerbeständen in den Mai zu gehen, um möglichst schnell auf niedriger versteuerten Sprit umzusteigen. Zudem dürften auch viele Autofahrer ihre Tanks kurz vor dem 1. Mai nicht komplett füllen, in den ersten Tagen also verstärkten Tankbedarf haben. Da die Liefermöglichkeiten am Feiertag und dem darauffolgenden Wochenende zudem eingeschränkt sind, warnte der Tankstellenverband vor möglichen Engpässen. ADAC-Experte Laberer sagt dagegen: „Wir rechnen beim Start des Tankrabatts nicht mit nennenswerten Versorgungsengpässen. Es ist möglich, dass sich einzelne Tankstellen vielleicht verkalkulieren, aber es wird kein Massenphänomen sein. Es ist ja auch im Interesse der Tankstellen und Mineralölkonzerne, dass genügend Sprit da ist, damit sie etwas zu verkaufen haben.“ Wie lange das Lager einer Tankstelle ausreiche, sei unterschiedlich. „In der Regel dürften es wenige Tage sein.“

Was passiert bis zum 1. Mai?

2022 waren die Preise im Vorfeld des Tankrabatts deutlich gestiegen. Das hatte damals den Verdacht erregt, „dass die Preise vor dem Start des Tankrabatts erhöht wurden, um ein Polster zu schaffen, von dem aus die Preise gesenkt wurden“, sagt Laberer. „Es ist möglich, dass das auch dieses Mal wieder passiert. Wir werden das sehr genau beobachten.“

Was kostet das alles und wer bezahlt?

Durch die niedrigeren Steuern entgehen dem Staat rund 1,6 Milliarden Euro. Damit ist der Tankrabatt nur etwa halb so teuer wie 2022. Damals hatte er allerdings auch drei Monate gedauert und bei Benzin war die Steuerreduzierung mit insgesamt 35,2 Cent pro Liter auch höher ausgefallen.

Wer profitiert?

Autofahrer mit Verbrennern. Sie tanken günstiger. Das macht umso mehr aus, je mehr man fährt und je mehr das eigene Auto verbraucht. Menschen mit Elektroauto oder ohne Auto haben wenig von der Entlastung. Allerdings profitiert auch die Wirtschaft vom Tankrabatt: Wenn etwa der Sprit für Lkw weniger kostet, drückt das die Lieferkosten. Das kann Unternehmen entlasten oder den Anstieg von Preisen dämpfen. Und auch die Mineralölindustrie dürfte profitieren. Denn noch ist offen, ob der Rabatt wirklich vollumfänglich an die Kunden weitergegeben wird.

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