So kassiert man Dividenden

von Redaktion

Anleger sollten lieber Risiken streuen und statt auf Einzelaktien auf ETFs setzen, die über Indizes in viele Aktien investieren. Beispiel: Der globale Dividendenindex von FTSE, der in fünf Jahren rund 70 Prozent zugelegt hat und auf den Vanguard ein ETF anbietet. © Imago

Alljährlich rückt die Dividendensaison in den Blick von Anlegern weltweit. Während dieser Zeit finden die Jahreshauptversammlungen der Unternehmen statt und es werden auch die Dividendenzahlungen verkündet. In Deutschland ist dies der Zeitraum zwischen April und Juni. Insbesondere Anlegerinnen und Anleger, die auf eine Dividendenstrategie setzen, verfolgen die Entwicklung mit großem Interesse. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Was ist eigentlich eine Dividendenstrategie?

Die Dividendenstrategie zielt auf Investments in Aktien von Unternehmen ab, die jährlich einen großen Teil ihrer Gewinne an Aktionäre ausschütten. Die ausgezahlten Gewinne werden auch als Dividenden bezeichnet und stellen quasi die Verzinsung des eingesetzten Kapitals dar. Hauptziel vieler Dividendensparer ist es, über hohe Ausschüttungsquoten attraktive Zusatzeinkünfte zu erzielen. Im Gegensatz zu Börsenkursen, die jederzeit nachgeben können, gelten Dividendenzahlungen als relativ sichere Einnahmequelle. Ob und in welcher Höhe eine Dividende ausgezahlt wird, wird jährlich neu festgelegt. Verantwortlich dafür ist die Hauptversammlung der Aktiengesellschaft. Laufen die Geschäfte schlecht, kann die Aktionärsversammlung die Ausschüttung ablehnen oder senken.

Woher kommt die Dividendenstrategie?

Einer der Erfinder der Dividendenstrategie ist der US-Amerikaner Benjamin Graham. Graham erfand in den 1930er-Jahren das sogenannte Value-Investing mit Fokus auf werthaltige, substanzstarke Unternehmen – etwa aus der Lebensmittelbranche. Aus diesen Titeln wurden diejenigen mit der höchsten Dividendenrendite ausgewählt. In den 1940er-Jahren entwickelte Graham die Strategie weiter und empfahl, jeweils zu gleichen Teilen die zehn dividendenstärksten Titel eines Aktienindex zu kaufen und jährlich zu prüfen, ob sich an der Rangfolge etwas geändert hat. Falls sie nicht mehr zu den besten zehn Dividendenaktien zählten, sollten sie ersetzt werden.

Wie viel Rendite ist so möglich?

Bei den Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) liegt die Dividendenrendite derzeit im Schnitt bei rund drei Prozent. Die besten Dividendenrenditen sind allerdings zum Teil deutlich höher: So gibt es bei Mercedes-Benz 2026 eine Rendite von mehr als sechs Prozent. Bei der Allianz sind es rund 4,5 Prozent. Der Versicherungskonzern ist auch einer der verlässlichsten Dividendenzahler – ähnlich wie die Münchener Rück. Wie stark Dividenden die Wertentwicklung beeinflussen, zeigt ein Blick auf die Entwicklung des iShares DivDAX ETF, der die 15 Dax-Titel mit der höchsten Dividendenrendite nachbildet. Ohne Berücksichtigung der Ausschüttungen legte er zwischen 2016 und 2025 um rund 51 Prozent zu, inklusive Ausschüttungen waren es etwa 100 Prozent.

Wie profitiert man mit Fonds und ETFs von Dividenden?

Aufgrund der Risiken bei Einzelaktien empfiehlt sich für Anleger eine Dividendenstrategie über Dividendenfonds oder -ETFs. Bei den aktiv gemanagten Fonds suchen die Fondsmanager gezielt nach Dividenden-Titeln. Dividenden-ETFs hingegen bilden einen Index nach. Bei globalen Aktien bietet sich etwa der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF (ISIN IE00BK5BR626) an. Der Indexfonds bildet die Wertentwicklung eines Index nach, der 2.276 weltweite Dividendentitel umfasst.

Mehr Informationen

zum Thema „Dividendenstrategie” gibt es kostenlos per E-Mail von: ratgeber@biallo.de

Artikel 1 von 11