Wer sein Geld nur in den Aktionszeiträumen anlegt, kann dafür auch länger beachtliche Zinsen bekommen. © Maria Diachenko/Imago
Tagesgeld war angesichts mickriger Zinsen viele Jahre eine traurige Angelegenheit. Das hat sich dramatisch geändert: Aktuell gibt es 19 Angebote, die 3 Prozent Zinsen oder mehr pro Jahr anbieten. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Alle Angebote stammen dabei aus der EU, unterliegen also der gesetzlichen Einlagensicherung.
■ Zins auf Zeit
Sämtliche guten Angebote werden nur auf Zeit offeriert. Kein Wunder: Der Marktzins für superkurzfristige Kredite (ESTER) liegt aktuell nur bei rund 2 Prozent. Mit Zinsen von über 3 Prozent wollen die Banken Kunden anlocken: Denn nach dem Aktionszeitraum rauschen die Zinsen schnell unter 1 Prozent. Bei einigen Angeboten ist die Tagesgeldofferte auch mit der Eröffnung eines Girokontos oder Aktien-Depots verknüpft. Wer ohnehin die Bank wechseln wollte, kann die Gelegenheit nutzen. Allerdings sollte man die Kosten der anderen Dienstleistungen genau prüfen.
■ Wechselservice
Will man dauerhaft hohe Zinsen, muss man das Konto jeweils zum Ende des Aktionszeitraums wechseln. Wer das per Hand macht, muss sich jedes Mal neu bei der Bank identifizieren – heutzutage oft per Video-Verfahren. Das ist verhältnismäßig zeitaufwendig. „Wer sein Tagesgeldkonto oft wechseln will, kann ein Konto bei Raisin erwägen“, erklärt Markus Latta vom Verbraucherservice Bayern. „Das ist eine Vergleichsplattform, auf der man sich das beste Angebot aussuchen kann. Raisin eröffnet dann im Namen des Kunden das Tagesgeldkonto, und dieser muss sich nicht jedes Mal identifizieren.“ Parallel gibt es ein eigenes Tagesgeldangebot von Raisin selbst.
■ Einlagensicherung
Grundsätzlich sind Kundeneinlagen im Falle einer Bankenpleite in Gefahr. Deshalb sollte man gut abwägen, wohin man sein Geld schickt. Sicherheit bedeutet meist etwas weniger Ertrag: Denn am Kapitalmarkt wird der Zins immer nach Risiko bepreist: je unsicherer, desto höher. Der Mindeststandard sollte eine EU-Bank sein. Hier sind Gelder bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank in der gesetzlichen Einlagensicherung. Sollte die Bank das Geld nicht auszahlen können, springt das nationale Sicherungssystem ein. Dabei gibt es ein theoretisches Problem: Das System der Einlagensicherung hängt auch an der wirtschaftlichen Stabilität des Landes. Ein kompletter Zusammenbruch des Bankensystems ist in Deutschland unwahrscheinlicher als in wirtschaftlich instabileren Ländern. Ein möglicher Anhaltspunkt ist die Kreditbewertung der Nation (Länderrating). Deutschland hat hier die Bestnote AAA. Viele Banken haben zusätzlich ein privates Sicherungssystem. Ein Tipp: Summen über 100.000 Euro sollte man auf mehrere Banken verteilen, um auf jeden Fall innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung zu liegen.