Commerzbank warnt vor Risiken

von Redaktion

Frankfurt – Die Commerzbank warnt ihre Anteilseigner vor einem Umtausch ihrer Aktien in Papiere der Unicredit. Wer seine Aktien an die italienische Großbank verkaufe – und das auch noch unter Wert – handele sich erhebliche Risiken ein.

Neben den großen Hürden für eine Umsetzung der Unicredit-Pläne müssten die Aktionäre als künftige Miteigentümer der Unicredit auch deren Probleme mittragen, warnte Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann bei der Hauptversammlung: „etwa ein erhöhtes Exposure gegenüber italienischen Staatsanleihen, eine deutlich höhere Quote notleidender Kredite und ein immer noch signifikantes Russlandgeschäft“. Die Unicredit ist eine der größten noch aktiven Auslandsbanken in Russland.

Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank kontrolliert, hatte Anfang Mai ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Unicredit-Chef Andrea Orcel bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien.

Nach jüngsten Angaben hat sich die italienische Großbank für weitere Anteile den Kaufpreis gesichert und kommt damit zusammen auf 38,87 Prozent der Stimmrechte. Der Bund, der noch gut 12 Prozent hält, lehnt eine feindliche Übernahme der Commerzbank ebenso ab wie Management, Betriebsrat und Belegschaft des Instituts.

„Mit dem vorliegenden Angebot versucht die Unicredit, die Commerzbank zu einem Preis zu übernehmen, der den fundamentalen Wert und das Potenzial unserer Bank nicht angemessen widerspiegelt“, betonte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. . „Nichtsdestotrotz – und das möchte ich in aller Klarheit betonen: Wir bleiben offen für Gespräche. Sofern es eben eine echte Bereitschaft gibt, die von uns aufgezeigten Punkte zu diskutieren: mit der klaren Absicht, unseren Aktionären eine attraktive Prämie zu bieten.“DPA

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