München wirft 3,6 Prozent ab

von Redaktion

Die Stadt München (im Bild Blick auf den Marienplatz samt Rathaus) gibt immer wieder mal Anleihen heraus. Die aktuelle ist sehr gefragt. © jens hartmann

Die aktuelle München-Anleihe bietet mit 3,375 Prozent eine recht attraktive Verzinsung. Denn trotz hoher Verbindlichkeiten gilt die bayerische Landeshauptstadt als solider Schuldner. Unternehmen benötigen Kapital für neue Produktionsstätten oder die Anschaffung von Maschinen. Staaten oder Gemeinden müssen in die Instandhaltung und den Ausbau der Infrastruktur investieren oder Wohnungen bauen. Jedoch übersteigen die Ausgaben für solche Projekte oftmals die Einnahmen. Dann müssen Schulden aufgenommen werden.

Eine Lösung wäre zwar die Kreditaufnahme bei einer Bank. Doch für Unternehmen, Regierungen und Städte gibt es – anders als für Privatpersonen – eine Alternative: Sie können sich Mittel für solche Projekte auch über den Kapitalmarkt besorgen – und zwar über die Ausgabe von festverzinslichen Wertpapieren, auch Anleihen oder englisch Bonds genannt.

Das bringt einige Vorteile: Der Schuldner reduziert so seine Abhängigkeit von den Banken und die Finanzierung kann flexibler gestaltet werden. Doch vor allem kann sich der Emittent einer solchen Anleihe über der Kapitalmarkt oftmals günstiger verschulden.

■ Höhere Rendite

Und auch aus Sicht eines Anlegers können Anleihen interessant sein. Denn dafür, dass man dem Emittent Geld für einen bestimmten Zeitraum leiht, bekommt man eine regelmäßige Zinszahlung, die oft über Tages- oder Festgeldzinsen liegt. Zudem garantiert der Emittent die Rückzahlung der Anleihe zum Fälligkeitstermin.

Auch die Stadt München nutzt zur Aufnahme von Fremdkapital regelmäßig den Kapitalmarkt. Am 31. März dieses Jahres hat die bayerische Landeshauptstadt eine neue Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro, einer Laufzeit bis 2036 und einem Kupon von 3,375 Prozent auf den Markt gebracht. Eine Verzinsung, die attraktiv erscheint. Schließlich bietet das Sparbuch im besten Fall 0,5 Prozent, die besten Angebote für Tages- oder Festgeld bei sicheren deutschen Banken liegen bei kaum mehr als drei Prozent.

Doch bekanntermaßen gibt es am Kapitalmarkt nichts umsonst – eine höhere Rendite geht immer mit einem höheren Risiko einher. Wer in Anleihen investiert, kommt deshalb nicht darum herum, sich die finanzielle Lage des Emittenten genau anzusehen. Denn was hilft das beste Zinsversprechen, wenn der Emittent zwischenzeitlich zahlungsunfähig wird?

Viele Investoren achten deshalb zuerst auf die Bonität eines Schuldners, um dessen Qualität einschätzen zu können. Ein solches Rating liefern spezielle Agenturen wie Moody’s oder Standard & Poor‘s. Über die Bestnote AAA verfügen dort beispielsweise Deutschland, die Schweiz, Norwegen oder Schweden. Das heißt, diese Schuldner können sich, weil sie als sehr sicher gelten und die Ausfallwahrscheinlichkeit nahe null liegt, günstig am Kapitalmarkt verschulden. Je schlechter das Rating aber, umso höher die Ausfallwahrscheinlichkeit und umso höher der Zins, den solche Schuldner zahlen müssen.

Soweit es die Stadt München betrifft, verfügt sie zwar über kein solches Rating. Doch wird München, auch wenn die Stadtkämmerei bis Ende dieses Jahres einen Schuldenstand von rund 9,5 Milliarden Euro erwartet, als äußerst sicherer Schuldner mit hervorragender Bonität eingestuft. Eine Einschätzung, die vor allem auf der hohen Wirtschaftskraft und der Steuerstärke beruht.

■ 1000-Euro-Stückelung

Für Anleger kann die aktuelle München-Anleihe, die es in einer Stückelung von 1000 Euro gibt, deshalb als Alternative zur Bankeinlage interessant sein. Immerhin bekommt man nicht nur jedes Jahr die Zinszahlung in Höhe von 3,375 Prozent auf das angelegte Kapital, sondern auch die Rückzahlung zu 100 Prozent am Ende der Laufzeit. Und weil der Kurs laut der Deutschen Börse derzeit bei knapp 98 Prozent steht, ergibt sich daraus eine Gesamtrendite von rund 3,62 Prozent.

■ Verkauf jederzeit

Ein Vorteil gegenüber Festgeld, an das Sparer im zuvor festgelegten Zeitraum nicht kommen, ist zudem, dass eine solche Anleihe börsentäglich verkauft werden kann. Wer das tut, muss jedoch bedenken, dass der Kurs der Anleihe dann möglicherweise niedriger steht als beim Kauf, was zu Kursverlusten führt. Zudem bleibt, auch wenn die Stadt München als sicherer Schuldner gilt, ein Restrisiko. Dafür aber ist der laufende Zins eben auch ein wenig höher.

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