Wohin mit all den Münzen?

von Redaktion

Viel Kleingeld ist in Geschäften nicht gern gesehen. Maximal 50 Münzen muss ein Einzelhändler annehmen. An der Kasse im Supermarkt macht man sich so aber nicht sonderlich beliebt. © Ute Grabowsky//IMAGO/photothek

Die Zeiten, in denen die meisten Menschen eine Bank oder Sparkasse in der Nähe hatten, wo man Münzen ordentlich in speziell dafür vorgesehenes Papier eingerollt abgeben und so tauschen oder aufs Konto einzahlen konnte, sind vorbei. Filialbanken sind rar geworden und nicht jedes Institut nimmt Münzen an. Doch es gibt Möglichkeiten, auch größere Mengen Münzgeld sinnvoll loszuwerden, ohne dafür beim Personal an der Supermarktkasse für Unmut zu sorgen.

Welche Banken tauschen noch Münzen ein?

In der Regel gilt: Kleingeld einzutauschen ist kaum noch möglich. Eher bieten die Institute ihren Kunden an, das Geld auf das jeweilige Konto zu buchen. So haben beispielsweise viele Filialen der Volks- und Raiffeisenbanken dafür Automaten, die das eingegebene Geld zählen und dem Konto des Kunden gutschreiben. Für die Einzahlung benötigen Kunden daher ihre Girocard. Und beim Einzahlen können Gebühren anfallen. Am Schalter ist das die Regel, doch auch die Automateneinzahlung ist nicht immer kostenlos. Wie hoch die Gebühren sind, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis. Bei manchen Geldhäusern bieten Niederlassungen ohne Einzahlautomaten oder Kassen eine Einzahlung des Bargelds per Safebag an, zum Beispiel viele Sparkassen. Safebags sind verschließbare Kunststofftüten. Das Prozedere: leeren Beutel abholen, entsprechend der Anleitung beschriften, Münzen einfüllen und Beutel wieder abgeben. Auch das kostet Gebühren: Das können etwa bei einer Sparkasse fünf Euro je Beutel bei Einzahlung auf einem Privatgirokonto sein.

Was ist bei Direktbanken?

Auch bei Direktbanken, also solchen ohne Filialnetz, gibt es Angebote für das Einzahlen von Bargeld. Sie kooperieren dabei zum Beispiel mit Einzelhandelsketten, die das Geld annehmen und auf das jeweilige Konto buchen. Nötig ist dafür die App der Bank. In dieser muss die Bargeld-Option aktiviert werden, um den für die Einzahlung notwendigen QR-Code zu erzeugen. Mit dessen Hilfe wird das Geld dem eigenen Konto zugeordnet. Für die Transaktion werden zum Beispiel bei der ING Bank Gebühren in Höhe von 1,5 Prozent des Einzahlungsbetrages fällig. Der Mindesteinzahlbetrag ist 50 Euro, darüber hinaus gibt es Monats- und Jahreslimits – und in der Regel dürfen es pro Einzahlung maximal 50 Münzen sein. Darüber entscheiden laut ING allerdings die jeweiligen Filialen, sodass die Anzahl auch abweichen kann.

Was taugen Tauschautomaten?

In immer mehr Supermärkten sind sie meist in der Nähe des Eingangsbereich zu finden: Tauschautomaten. Sie sollen die Lücke schließen, die die abnehmende Zahl der Filialen von Banken und Sparkassen hinterlassen hat. Die Münzen lassen sich hier einfach unsortiert in das entsprechende Fach kippen. Sollten ausländische oder defekte Münzen dabei sein, werden diese nicht angenommen. Doch es gibt gleich zwei Haken: Zum einen tauschen die Automaten Münzgeld hier nicht gegen Scheine, sondern geben stattdessen einen Gutschein aus, den die Kunden beim Händler einlösen können. Damit erklärt sich auch, warum es für Handelsketten attraktiv ist, diese Automaten in ihre Geschäfte zu holen. Zum anderen werden für den Tausch Münzen gegen Gutschein Gebühren fällig. Rund 10 Prozent plus eine Grundgebühr pro Tausch sind ein üblicher Wert. Von 100 in Münzen eingezahlten Euro bleiben am Ende also rund 90 Euro Gutscheinwert.

Gibt es Alternativen?

Immer mehr Handelsketten setzen auf Selbstscannerkassen. Häufig funktionieren diese mit Kartenzahlung. Doch manche Supermärkte bieten darüber hinaus oft einzelne Selbstscannerkassen mit Barzahlung an. Hier lässt sich auch mal eine mittlere Summe Münzen in das Bezahlfach kippen – ohne dass, wie bei herkömmlichen Kassen, ein Mensch mühevoll nachzählen muss. Eine weitere Möglichkeit ist es, Geld bei der Bundesbank zu tauschen. Diese hat Filialen in vielen größeren Städten. Dafür lassen sich Münzen hier kostenlos tauschen und auch beschädigtes Bargeld ersetzen. Der Tausch ist nicht nur für Euros möglich, auch DM-Münzen und -Scheine lassen sich in Euro wechseln. Einen Termin braucht man dafür nicht, während der Öffnungszeiten kann jeder einfach zu dem entsprechenden Schalter gehen.

Was ist mit ausländischem Geld?

Was tun mit polnischen Zlotys, mexikanischen Pesos oder indischen Rupien, die zu Hause in der Schublade liegen? Einige Geldinstitute erlauben einen Tausch von Fremdwährungen. Man muss aber mit Gebühren rechnen und auch der Wechselkurs kann ungünstig sein. Geht es daher um Münzen, die man nicht für eine kommende Reise in das jeweilige Land aufbewahren möchte, sind Spenden eine Alternative. Organisationen wie die Welthungerhilfe, Oxfam oder auch lokale Caritasverbände nehmen ausländische Münzen an, tauschen sie um und verwenden die Erlöse für gemeinnützige Zwecke. Im Handel sind auch häufig Spendenboxen des Kinderhilfswerks zu sehen, in die ebenfalls ausländische Münzen eingeworfen werden dürfen.

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