Schimmel mag es feucht und warm. Folien bieten ihm gute Bedingungen. © Frank Rumpenhorst/dpa
Schimmelpilze sind auf Lebensmitteln nur in manchen Fällen erwünscht und nützlich – zum Beispiel als Edelschimmel auf der Salami oder würzige Blauschimmeladern in Roquefort und Gorgonzola. Unerwünschter Schimmelbefall auf Brot, Obst oder Joghurt ist dagegen potenziell gesundheitsschädlich. Denn viele Schimmelpilzarten bilden Giftstoffe, sogenannte Mykotoxine. Je nach Art des Giftstoffs, aufgenommener Menge und individuellem Gesundheitszustand birgt der Verzehr schimmelbelasteter Produkte unterschiedliche Risiken. Akute Folgen können etwa Erbrechen, Durchfall oder neurologische Störungen sein, bei chronischer Aufnahme sind krebserregende und erbgutschädigende Wirkungen möglich – genügend Gründe, weshalb man möglichst wenig davon aufnehmen sollte.
Gerade jetzt bei feuchtwarmen Temperaturen herrschen optimale Wachstumsbedingungen, weshalb man häufiger seine Vorräte auf Schimmelbefall kontrollieren sollte. Den Brotkasten wischt man möglichst wöchentlich mit Essigwasser aus. Auch im Kühlschrank kann Schimmel auftreten, auch hier reicht Essigwasser oder mildes Reinigungsmittel zum Säubern, Desinfektionsmittel sind nicht nötig.
Ein häufiger Grund für Schimmel im Kühlschrank ist Kondenswasser, zum Beispiel in Plastikverpackungen von Gemüse. Perforierte Folien oder das Einschlagen in ein leicht feuchtes Geschirrtuch kann dem vorbeugen. Beim Einkauf auf unversehrtes Obst und Gemüse achten. Entdeckt man zu Hause befallene Früchte, sollte man sie sofort aussortieren, damit sich der Schimmel nicht ausbreitet. Angefaultes Obst kann auch nicht durch Einkochen „gerettet“ werden, da Schimmeltoxine hitzestabil sind.
Gewürze, vor allem in gemahlener Form, nie in Regalen über dem Herd aufbewahren, wo sie Wärme und Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Auch streut man sie möglichst nicht direkt aus dem Behälter über dem dampfenden Kochtopf in die Speisen. Riechen Gewürze muffig oder sind verklumpt – unbedingt aussortieren.
Trockenfrüchte und Nüsse sind ebenfalls schimmelanfällig. Auch falls noch kein Pilzgeflecht zu sehen ist: Verfärbungen, unangenehmer Geruch und Geschmack sind Warnsignale für einen Befall. Mandeln, Hasel- und Muskatnüsse kauft man am besten im Ganzen und mahlt oder reibt sie nach Bedarf frisch. Sind „feuchte“ Lebensmittel wie Marmelade, Joghurt oder Frischkäse angeschimmelt, muss das ganze Produkt entsorgt werden, da der Schimmel sich schon im Inneren ausgebreitet haben kann. Auch bei Schnitt- und Toastbrot reicht es nicht, nur sichtbar befallene Scheiben wegzuwerfen. Hat man viel Brot gekauft, friert man einen Teil davon besser rechtzeitig ein. Auch Müsli, Mehl oder Getreide müssen bei Schimmelbefall komplett in den Müll.