Wer im Urlaub mit Affen in Berührung kommt – wie hier im Baluran-Nationalpark auf der indonesischen Insel Java – sollte über eine Tollwutimpfung nachdenken. © Smarterpix
Gegen einige Gesundheitsrisiken im Urlaub können sich Reisende mit Impfungen schützen. Doch welche Impfung braucht man für welche Reise? Einen ersten Überblick geben etwa die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes im Internet. Auch wenn ein Land bei der Einreise den Nachweis bestimmter Impfungen verlangt, steht das in den Reisehinweisen. Nach diesem ersten Überblick kann man sich je nach Reiseziel weiter vertiefen. „Das Allerwichtigste ist, dass man sich vor jeder Fernreise einmal reisemedizinisch beraten lässt“, sagt die Ärztin Sabine Jordan vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit bietet online eine Postleitzahlen-Suche nach spezialisierten Ärztinnen und Ärzten sowie nach Gelbfieberimpfstellen an. Die Tropeninstitute in mehreren deutschen Städten sind eine weitere Anlaufstelle für Reisende.
Reisehinweise für Urlaubsland beachten
Dabei fällt auf: Mit den verschiedenen Impfempfehlungen könnte man ein ganzes Buch füllen. In Südostasien (etwa Thailand, Bali, Sri Lanka) drohen je nach Ziel zum Beispiel diverse von Mücken übertragene Krankheiten. Vor allem das Dengue-Fieber breitet sich Experten zufolge zunehmend aus. In Afrika (etwa Kenia, Tansania, Sansibar) spielt etwa Malaria eine Rolle. Zum Beispiel auch auf Sansibar, wo die Erkrankung als zurückgedrängt galt. In Südamerika (etwa Brasilien, Argentinien, Peru) ist dagegen vielerorts unter anderem Gelbfieber ein Thema. Das zieht sich bis nach Mittelamerika. Der Panamakanal sei hier die Grenze, sagt Jordan. Alles südlich davon sei klassisches Gelbfiebergebiet.
Auch Europa ist nicht ohne Risiko
Doch nicht nur exotische Länder bergen Gefahren, auch Europareisen sind nicht risikolos. Wegen der Ausbreitung der Tigermücke werden etwa Erkrankungen wie Dengue und Chikungunya im Süden relevanter. In Italien, Frankreich und Spanien gab es in der Vergangenheit schon Ausbrüche, sagt Tomas Jelinek: „Europa wird in der Hinsicht schon tropischer.“ Sich dort mit Sprays, Moskitonetzen und langer Kleidung gegen Mücken zu schützen, ist ratsam. Fährt man in Regionen mit Ausbruchsgeschehen, können darüber hinaus Impfungen Sinn machen. Das gilt auch für eine weitere von kleinen Blutsaugern verbreitete Krankheit: FSME. Risikogebiete für diese von Zecken übertragenen Krankheit gibt es unter anderem in der südöstlichen Hälfte Deutschlands, in ganz Osteuropa, in Österreich, der Schweiz und Teilen Skandinaviens. Auch gegen FSME kann man sich impfen lassen.
Darüber hinaus gibt es Krankheiten, bei denen das Ansteckungsrisiko in vielen anderen Ländern höher ist als bei uns, Hepatitis A zum Beispiel. Die Erreger, die eine Leberentzündung auslösen können, werden etwa durch verunreinigte Lebensmittel übertragen.
Urlaubsart spielt eine große Rolle
Wer seinen Urlaub ausschließlich in einer Hotelanlage verbringt, ist in der Regel tatsächlich weniger exponiert. Das Risiko für Tollwut oder bestimmte seltene Infektionen ist deutlich geringer, wenn man nicht viel herumkommt oder mit Tieren und der lokalen Umwelt in Kontakt gerät.
Besucht man etwa auf Bali Affenparks oder ist generell viel auf der indonesischen Insel unterwegs, sollte man über eine Tollwutimpfung nachdenken. Denn hier gilt: Die Wahrscheinlichkeit, Tollwut zu bekommen, ist sehr gering, das Gesundheitsrisiko im Fall einer Ansteckung aber sehr hoch. Zwar gibt es nach Bissen oder Kratzern infizierter Tiere noch eine Behandlungsmöglichkeit – doch darauf sollte man es nicht ankommen lassen. Und bricht die Infektion einmal aus, verläuft sie tödlich.
Plant man nur Cluburlaub, muss man sich vielleicht mit weniger Gesundheitsgefahren auseinandersetzen als bei einem Backpacking-Trip quer durch ein Land. Risiken gibt es dennoch. „Hotelanlagen schützen nicht vor lebensmittelübertragbaren Erkrankungen“, sagt Sabine Jordan. Durchfallerkrankungen oder Hepatitis A bleiben dort ein Thema. Hinzu kommen etwa Mückenkrankheiten, die unabhängig vom Reisestil auftreten können. „Man kann auch auf den Malediven Dengue-Fieber bekommen“, sagt sie.