Der heimische Spitzkohl ist leichter und verträglicher als Weißkohl und passt gut zu asiatischen Gerichten. © Smarterpix
Weißkohl gilt als typisches Wintergemüse – obwohl er eigentlich ganzjährig erhältlich ist. Aus gesundheitlicher Sicht ist er empfehlenswert: Weißkohl liefert einen vielseitigen Nährstoffmix aus Vitamin C, Folsäure, Kalium, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Dazu zählen die für Kohlgemüse typischen Senfölglykoside. Von der Pflanze zur Abwehr von Fressfeinden gebildet, wirken sie antimikrobiell, entzündungshemmend und zellschützend. Ein Nachteil des Kohls ist seine blähende Wirkung – vor allem, wenn man ihn bislang wenig gegessen hat. Langsame Gewöhnung mit kleinen Portionen hilft dem Darm. Auch Gewürze machen den Kohl bekömmlicher, je nach Rezept eignen sich Kümmel, Fenchelsamen, Koriander, Kreuzkümmel, Kardamom und Ingwer.
Im Sommer sind zudem zwei als verträglicher geltende Varianten des „Krauts“, wie man in Bayern sagt, aus heimischer Ernte erhältlich: der Spitzkohl und der Jaromakohl. Beide haben eine etwas zartere Blattstruktur als Weißkohl und werden dadurch schneller gar. Für Kohlrouladen müssen die Blätter vor dem Füllen nicht extra blanchiert werden. Jaromakohl, manchmal auch Urkohl genannt, sieht aus wie ein leicht platt gedrückter Weißkohlkopf. Im Ganzen hält er sich im Gemüsefach des Kühlschranks oder einer kühlen Speisekammer etwa drei Wochen. Ist er angeschnitten, deckt man die Schnittstelle am besten mit Frischhaltefolie ab und verbraucht die Reste innerhalb einiger Tage. Spitzkohl welkt schneller. Hüllt man den Krautkopf jedoch in ein feuchtes Tuch, bleibt er im Gemüsefach mehrere Tage frisch.
Spitz- und Jaromakohl eignen sich gut, wenn man Weißkohl jenseits der deftigen, schweren Hausmannskost kennenlernen möchte. So passen beide ausgezeichnet in asiatische Wok- und Currygerichte. Kurze Kochzeiten sorgen dafür, dass die Kohlstreifen bissfest bleiben. Mediterran schmeckt gebratener Spitzkohl mit Pasta und weißen Bohnen, abgeschmeckt mit Olivenöl, Petersilie, Zitrone und etwas Parmesan. Unkompliziert klappt auch Ofengemüse vom Blech. Dafür zerteilt man den Kohl in gröbere Stücke und ergänzt, was schmeckt und die Vorräte hergeben – zum Beispiel Paprika, Zucchini oder auch gegarte Kichererbsen. Fein geschnitten kann man Spitz- und Jaromakohl als Rohkost in bunte Salate geben, zum Beispiel kombiniert mit Apfel und Radieschen. Auch zum Füllen von Fladenbrot oder Tacos sind die feinen Kohlstreifen ein guter Ersatz für nährstoffarmen Eisbergsalat. Wer experimentierfreudig ist, kann sich auch ans Fermentieren wagen: Spitz- und Jaromakohl lassen sich so neben Sauerkraut beispielsweise auch zu koreanischem Kimchi verarbeiten.