Abzocke mit Fake-Shops

von Redaktion

Bei besonders hohen Rabatten sollte man beim Online-Shopping stutzig werden – und prüfen, ob es sich um einen Fake-Shop handelt. © Smarterpix

Mit Fake-Shops im Internet nehmen Betrüger mitunter Millionen ein. Sie verkaufen online Waren, die sie nie verschicken – ob Handys, Sneaker oder Fahrräder. Angesichts der Fußball-WM warnen Verbraucherschützer vor betrügerischen Angeboten von Fanartikeln und Tickets. Fake-Shops seien zu einem gefährlichen Massenphänomen geworden, das Verbraucher immer wieder in die Falle locke und hohe finanzielle Schäden verursache, sagte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Hanka Mittelstädt (SPD) am Dienstag bei einem Treffen der Verbraucherschutzminister der Länder zu diesem Thema.

Was ist ein Fake-Shop eigentlich genau?

Fake-Shops sind echt aussehende Verkaufsplattformen, teils sogar Kopien real existierender Webseiten. Betreiber, die oft im Ausland sitzen, werben auch unrechtmäßig mit bekannten oder auch frei erfundenen Gütesiegeln. Mit Künstlicher Intelligenz ist es leichter geworden, einen echt wirkenden Internetauftritt für einen gefälschten Shop zu bauen. Verbraucher sollten laut Polizei misstrauisch werden, wenn als Zahlungsart oft nur Vorkasse beziehungsweise eine Sofort-Überweisung übrig bleibt. Auch fehlende Impressums-Angaben seien ein Warnzeichen.

Wie häufig ist Betrug über Fake-Shops?

Jeder vierte Verbraucher (24 Prozent) in Deutschland ist schon einmal Opfer von Online-Betrug geworden, wie eine Umfrage im Auftrag der Schufa unter 1000 Erwachsenen im Februar 2025 ergab. Sechs von zehn Betrugsopfern erlitten nach eigenen Angaben einen finanziellen Schaden, weil ihnen keine oder minderwertige Ware geliefert wurde. Bei den Verbraucherzentralen gingen 2025 zu Fake-Shops rund 10.000 Beschwerden ein, so der Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. Das sei nur „die Spitze des Eisbergs“, sagte die Expertin für Online-Shopping beim Verband, Stefanie Grunert. Allein Thüringen meldete im vergangenen Jahr einen Schaden von rund 600.000 Euro durch Fake-Shops.

Wie lässt sich der Betrug erkennen?

Verbraucherzentralen haben Checklisten erstellt, die helfen sollen, Fake-Shops anhand verschiedener Kriterien zu erkennen. Neben Vorkasse und einem fehlenden Impressum sind das unter anderem auffällige Internetadressen mit Endungen wie .ru oder .info sowie Zusatzbegriffe in der Adresse wie „Rabatt“ oder „shop“. Bei besonders billigen Angeboten sollte man ebenfalls stutzig werden. Als Fake-Shop-Warnungen werden im Internet auch aktuelle Fälle aufgelistet. Verbraucherzentralen raten dazu, über einen Fake-Shop-Finder vor einer Bestellung zu prüfen, ob ein Anbieter seriös ist (www.fakeshopfinder.de). Seltsame Gütesiegel oder viele schlechte Kundenbewertungen sind ebenfalls ein Warnsignal.

Was, wenn man auf einen Fake-Shop reinfällt?

Bei einem Betrug sollte man Beweise wie Bestellbestätigung und andere E-Mails sichern, Screenshots machen und bei der Polizei Anzeige erstatten. Über die Bank sollte versucht werden, die Zahlung rückgängig zu machen. Im Mai dieses Jahres ging die Polizei gegen einen mutmaßlich führenden Betreiber von gefälschten Online-Shops vor – nach jahrelangen Ermittlungen. Der Mann aus Nordrhein-Westfalen soll rund 1000 Menschen um teils erhebliche Summen gebracht haben. Er wurde auf Mallorca gefasst.

Wo sehen Verbraucherzentralen Möglichkeiten?

Einen Fake-Shop aus dem Netz zu nehmen, scheint rechtlich und organisatorisch nicht einfach. Die Verbraucherzentrale Berlin kritisiert, dass die polizeilichen Zuständigkeiten und das Vorgehen in den Bundesländern unterschiedlich seien. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Bundesverband müssen Online-Plattformen ihrer Verantwortung stärker nachkommen. Denn Verbraucher gelangten immer wieder über Plattformen und Suchmaschinen auf Fake-Shops, so Stefanie Grunert. „Sehr große Online-Plattformen und Suchmaschinen sind dazu verpflichtet, eigenständig systemische Risiken zu erkennen und zu mindern. Dies umfasst auch betrügerische Werbung.“

Was wollen die Minister erreichen?

Für den Verbraucherschutz zuständige Minister fordern mehr Maßnahmen gegen Fake-Shops. „Es reicht nicht, punktuell einzelne Anbieter zu sperren – wir brauchen eine umfassende, nationale Strategie zur Bekämpfung von Fake-Shops, die Bund und Länder gemeinsam umsetzen“, so Verbraucherschutzministerin Mittelstädt. Wichtig sei etwa eine bessere Identitätsprüfung bei der Registrierung von Webseiten sowie mehr Möglichkeiten, diese wieder zu sperren.

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