„Vollzeit muss man erst mal zahlen können“

von Redaktion

Viele Lokale sind auf Unterstützung durch Minijobber angewiesen. © Hannes P Albert/dpa

Peter Inselkammer, Wiesn-Wirt und IHK-Präsident in Vertretung, sieht die mögliche Abschaffung der Minijobs kritisch. „Das wäre fatal. Leistungswillige Menschen würden damit bestraft und viele Arbeitsplätze würden verloren gehen“, sagt er. In seinen Betrieben beschäftige er kaum Minijobber. „Denn wir bilden viele Menschen aus und beschäftigen duale Studenten und Werkstudenten.“ Allerdings kennt er insbesondere durch seine Funktion bei der IHK einige Kollegen, die auf Minijobber angewiesen sind. Das Biergartengeschäft etwa hängt vom Wetter ab. „Und da sind Leute, die kurzfristig einspringen können, unglaublich wichtig. Es gibt viele, die sich gern etwas dazuverdienen – teils auch müssen.“

Von einem „Riesen-Irrtum“ spricht Wiesnwirte-Kollege und Nockherberg-Chef Christian Schottenhamel. „Die Abschaffung der Minijobs würde nicht für vollere Rentenkassen sorgen. Sondern dazu, dass bei den Mitarbeitern am Ende weniger Netto vom Brutto übrigbleibt. Eine Reform würde auf Kosten der Mitarbeiter gehen.“ Sein Nockherberg-Biergarten in München hat rund 2000 Plätze. Die Bewirtung dort sei ohne geringfügig Beschäftigte schwer zu leisten. Nur Vollzeitkräfte müsse man als Wirt auch erst mal bezahlen können.RMI

Artikel 7 von 8