Im Süden verbreitet: Klimaanlagen an den Fassaden. © dpa
In vielen Wohnungen wird es im Sommer unerträglich heiß. Eine Klimaanlage kann Abhilfe schaffen. Doch viele Geräte sind ineffizient. Experten raten ab. © Irina Romanova/IMAGO
Besonders in Städten bleibt es an Hitzesommertagen auch nachts über 20 Grad, in der Wohnung unterm Dach werden noch deutlich höhere Temperaturen erreicht. Die zunehmenden Hitzephasen schaden der Gesundheit. Doch wer Abkühlung sucht, sollte genau aufpassen – und auf keinen Fall auf zwielichtige Websites hereinfallen.
■ Klimasplitgeräte
Klimaanlagen gibt es im Prinzip in zwei Versionen: Splitgeräte und Monoblöcke. Die Splitgeräte bestehen aus einem Innenteil, das über einen Schlauch mit einem Modul an der Außenwand verbunden ist. Im Grunde funktioniert die Anlage wie ein großer Kühlschrank. „Man sollte zur Kühlung immer Klimageräte bevorzugen“, erklärt Jochen Klonner, Energieberater des Verbraucherservice Bayern. „Mit Klimaanlagen kann man sowohl kühlen als auch heizen“, erklärt Klonner. „Die besten Geräte werden ähnlich wie Wärmepumpen gefördert.“
„Die festen Split-Klimaanlagen in unseren Tests kosten zwischen 1100 und 1960 Euro“, erklärt Meike Rix von der Stiftung Warentest. Dazu kämen Installationskosten von 1000 bis 1500 Euro. Denn die Geräte brauchen einen Wanddurchbruch. Mieter müssen sich das genehmigen lassen. Die Stromkosten betrügen – für ein 25 Quadratmeter großes Beispielzimmer – in 15 Jahren zwischen 780 und 1080 Euro. Angenommen haben die Experten einen teuren Stromtarif von 40 Cent pro Kilowattstunde.
■ Monoblöcke
Es gibt auch sogenannte Monoblöcke, bei denen nur ein Schlauch aus dem gekippten Fenster gehängt wird – ohne Außenmodul. Der Wärmeaustausch findet im Innen-Gerät statt. Die Warentester raten grundsätzlich ab: „Für den Abluftschlauch muss man ein Fenster geöffnet lassen. Es strömt also ständig heiße Luft von draußen zurück in den Raum“, so Meike Rix. „In früheren Tests war ihre Effizienz bis zu siebenmal geringer als die von Split-Klimaanlagen. Für gelegentlichen Einsatz an wenigen Hitzetagen mag das vertretbar sein – für den Dauerbetrieb empfehlen wir Monoblöcke nicht.“
Deshalb prüft die Warentest die Geräte gar nicht mehr. Rix verweist auf einen Test aus Frankreich, wo die Monoblöcke zwischen 393 und 870 Euro kosteten – steckerfertig. Allerdings gibt es für Mieter eine Zwischenlösung: Mobile Splitgeräte, bei denen das Außenmodul über einen Schlauch durch den Fensterspalt angeschlossen wird.
■ Kauftipps
Man sollte „auf Energieeffizienz achten – die Stromkosten über die Jahre machen einen großen Unterschied“, so Warentest-Expertin Rix. Ein „A“ auf dem Energieausweis sei kein Gütesiegel: „Das Label ist lange nicht aktualisiert worden. Es gibt mittlerweile Geräte mit bis zu drei Pluszeichen hinter dem A.“ Ganz grundsätzlich rät Rix dazu, die Geräte mit einer PV-Anlage oder einem Balkonkraftwerk zu betreiben. Das spart Kosten. Außerdem kann sich gerade Aussitzen lohnen: „Viele Shops haben die Preise für Klimageräte in der Hitzewelle stark erhöht. Das mobile Splitgerät kostete etwa laut Vergleichsportalen teils das Dreifache seines normalen Preises. Da kann sich etwas Geduld auszahlen.“
■ Wärmepumpe
„Fast alle neuen Wärmepumpen können auch kühlen, jedoch sollte diese Funktion nur vorsichtig verwendet werden, weil die Gefahr besteht, dass Kondenswasser entsteht“, erklärt Energieberater Jochen Klonner. „Je größer die Heizfläche ist, desto besser funktioniert das.“ Meist könne man die Raumtemperatur nur um 3 bis 5 Grad senken. „Ich empfehle hierbei zusätzlich einen Lüfter, der die kalte Luft am Boden aufwirbelt und mit der Raumluft vermischt.“ Denn sonst entstünden Kälteseen. Wer keine Fußbodenheizung hat, könne Heizkörperlüfter nachrüsten, die Wärme und Kälte in den Raum blasen: „Dadurch ist die Kälteabgabe deutlich größer.“ Hier müsse man aber eine Wanne unterstellen, weil eine größere Menge Kondenswasser entstehen kann.