Schutz für Haus und Wohnung

von Redaktion

Extremwetter gibt es immer öfter. Hausbesitzer und Mieter sollten daher ihren Versicherungsschutz überprüfen. © Burgi/dpa

Risiko Unwetter: Die Nachrichten haben in den vergangenen Jahren immer wieder den Beweis geliefert, dass starke Unwetter, die ganze Häuser zum Einsturz bringen können, sich inzwischen auch an Orten ereignen, wo niemand damit gerechnet hat. Wenn das eigene Haus dann nicht umfassend versichert ist, ist die finanzielle Existenz bedroht. „Eine Wohngebäudeversicherung inklusive Elementarschadenschutz ist die wichtigste Versicherung für Immobilieneigentümer“, sagt Erik Stange vom Bauherren-Schutzbund e.V.

Die Police ersetzt Reparatur- oder Wiederaufbaukosten bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, aber eben auch Naturkatastrophen wie Erdrutsch, Starkregen oder Überschwemmung. Allerdings haben viele Hauseigentümer die Bedeutung dieses Elementarschadenschutzes noch nicht erkannt. Laut Gesamtverband der Versicherer sind nur 57 Prozent der Gebäude gegen Naturgefahren versichert.

■ Gebäude schützen

Ein Elementarschadenschutz ist nicht automatisch in einer Wohngebäudeversicherung enthalten. Man muss den Schutz als separaten Baustein zusätzlich versichern. Wer heute eine Police neu abschließt, bekommt den Schutz inzwischen automatisch mit angeboten. Früher war das nicht üblich, weshalb häufig in älteren Policen ein solcher Schutz nicht vereinbart wurde. „Hauseigentümer sollten ihre Verträge überprüfen und notfalls nachrüsten“, rät Stange. Das Thema ist zum Politikum geworden. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist eine Pflichtversicherung vorgesehen, sagt Stange. Bis zu einem Stichtag sollen dann auch alle Bestandspolicen um den Elementarschadenschutz erweitert werden. Wie das konkret umgesetzt werden soll, ist noch völlig offen.

■ Vertrags-Details

Ein Leistungsdetail ist bei der Wohngebäudeversicherung besonders wichtig. „Der Verzicht auf die sogenannte Einrede der groben Fahrlässigkeit sollte gerade wegen des hohen Schadenspotenzials in den Bedingungen vorhanden sein“, rät Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Ein Beispiel: Der Versicherungsnehmer lässt den Herd unbeaufsichtigt, Öl in der Pfanne entzündet sich, woraufhin das ganze Haus abbrennt. In so einem Fall ist es wichtig, dass Schäden trotz des Eigenverschuldens in vollem Umfang gedeckt sind. Langjährige Immobilieneigentümer sollten ihre schon älteren Police auf Aktualität überprüfen. Wer sich in den letzten Jahren eine Photovoltaikanlage aufs Dach montiert hat, sollte diese auch in die Wohngebäudeversicherung integrieren. „Nicht nur die Module, sondern die ganze Anlage samt Wechselrichter, Verkabelung und Zähler sollten mitversichert sein”, rät Stange.

■ Hausrat schützen

Die Wohngebäudeversicherung deckt alle Gebäudeteile, nicht aber den Wohnungsinhalt – von Möbeln, Küchengeräten bis hin zu Fahrrädern und Wertgegenständen. Auch diese Werte können natürlich durch Unwetter zerstört werden. Ein typischer Schaden ist der mit Wasser vollgelaufene Keller. Aber tatsächlich ist ein Rückstau die größte Gefahr: Wenn Wassermassen durch die Kanalisation in die Wohnung gedrückt werden. Eine Hausratversicherung deckt die Verluste, sie ist für alle relevant: Immobilieneigentümer und Mieter. Damit Unwetterschäden gedeckt sind, muss auch hier ein Elementarschadenschutz als separater Baustein abgeschlossen werden. Das ist für fast alle relevant.

■ Im Schadensfall

Kommt es zu einem Schaden durch Unwetter, sind die Bewohner gefragt, mit anzupacken und den Schaden so gering wie möglich zu halten. In den Versicherungsverträgen sind Obliegenheitspflichten verankert, sprich: Die Mitwirkung des Versicherungsnehmers wird eingefordert. Nach einer Überschwemmung sollte man etwa Wasser mit Eimern aus dem Keller schöpfen oder bei einem kleineren Feuer zum Brandlöscher greifen. Die Faustformel für Eigeninitiative heißt: „Alles tun, was naheliegend ist, ohne sich selbst dabei in Gefahr zu bringen“, sagt Grieble.

■ Kosten senken

Gerade in der Sparte Wohngebäudeversicherung sind in den letzten Jahren die Beiträge deutlich gestiegen. Je nach Bauart, Wert und Lage des Hauses liegen sie auch mal im vierstelligen Bereich. Wer im Schadensfall einen Eigenanteil in Höhe von 300, 500, 1000 oder 2000 Euro übernimmt, kann dadurch die Beiträge senken.

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