Fast jeder zweite Rentner muss Steuern nachzahlen

von Redaktion

Berlin – Fast jeder zweite Rentner in Deutschland muss nach der Steuererklärung Geld an das Finanzamt überweisen. Einer Auswertung des Steuererklärungsanbieters smartsteuer zufolge, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorlag, mussten rund 41 Prozent der ausgewerteten Rentner Steuern nachzahlen. Im Schnitt waren 1326 Euro fällig. In der Hälfte aller Fälle lag die Nachzahlung allerdings bei höchstens 499 Euro. Rund 45 Prozent der Rentner erhielten dagegen eine Steuererstattung, im Schnitt in Höhe von 1383 Euro. Bei der Hälfte der Erstattungen betrug sie maximal 779 Euro.

Grundlage der Auswertung ist eine mittlere fünfstellige Zahl von Steuerbescheiden aus dem Jahr 2025. Daraus geht unter anderem hervor, dass 48,5 Prozent der Rentner neben der gesetzlichen Rente über weitere Einkünfte verfügten. Am häufigsten war ein Arbeitsverhältnis (knapp 38 Prozent), gefolgt von Mieteinnahmen (gut zehn Prozent) sowie Einkünften aus Gewerbe oder Selbstständigkeit (je vier Prozent).

Nach Angaben von smartsteuer steigt zudem die Zahl der steuerpflichtigen Rentner weiter. „Jede Rentenerhöhung hebt den steuerpflichtigen Teil der Rente an, der einmal festgelegte Freibetrag bleibt aber gleich“, sagte Heine. „So überschreiten immer mehr Rentner den Grundfreibetrag und werden überhaupt erst steuerpflichtig.“ Bei höheren Nachzahlungen setzten die Finanzämter anschließend häufig Steuervorauszahlungen fest. Der Bund der Steuerzahler fordert deshalb Änderungen bei der nachgelagerten Rentenbesteuerung. „Die Steuerpflicht darf nicht allein deshalb entstehen, weil die Inflation durch Rentenerhöhungen ausgeglichen wird“, erklärte der Verband den Funke-Zeitungen.AFP

Artikel 3 von 9