So gibt es billige Bahn-Tickets

von Redaktion

Gedränge am Bahnsteig: Gerade am Freitag und Sonntag sind die Züge gut gebucht. Entsprechend teuer sind die Tickets dann. © Kirill Kudryavtsev/AFP

Wieder Wirbel um die Bahn: Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert auf Basis einer langfristig angelegten Untersuchung, dass die Super-Sparpreise, mit denen die Bahn wirbt, häufig nicht verfügbar sind. Quatsch, kontert die Bahn: „Aktuell sind so viele Billigtickets auf dem Markt wie noch nie.“ Das bezweifeln auch die Verbraucherschützer nicht. Sie verweisen nur darauf, dass die Sparpreise oft nur für Randzeiten gelten und zwischen 7 und 19 Uhr an rund drei Vierteln der untersuchten Tage nicht buchbar waren.

■ Dienstag und Mittwoch sind gute Reise-Tage

Doch wann kann man dann mit Spartickets günstig reisen? Auch dazu gibt die Untersuchung der Verbraucherschützer Auskunft. Demnach sind Dienstag und Mittwoch die besten Tage für Bahnreisen. So lag der Super-Sparpreis an beiden Tagen jeweils im Mittel bei 27,99 Euro – die vergleichbare Buchung ohne Zugbindung am Reisetag (Flexpreis) dagegen bei 132 und 138 Euro. Wer am Wochenende fahren möchte, sollte für den Samstag Tickets suchen (siehe Grafik). Dort kostete ein Sparticket im Mittel 35,99 Euro, ein Flexticket mit 133 dagegen fast 100 Euro mehr. Besonders teuer ist Zugfahren laut der Auswertung übrigens am Freitag und Sonntag. Dort gibt es Spartickets für jeweils 47,99, Standardtickets bewegen sich an diesen Tagen zwischen 155 und 160 Euro. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, in der ersten Wochenhälfte oder am Samstag zu reisen.

■ Auf weniger gefragte Abfahrtszeiten achten

Schon frühmorgens zum Bahnhof hetzen oder bis spät in die Nacht im Zug sitzen? Das mag niemand, weshalb diese Züge eher weniger ausgelastet sind als jene am Vormittag und Nachmittag. Kein Wunder also, dass die Bahn die Sparpreise eher für solche Züge anbietet, um sie zu füllen. Der Bundesverband Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, diese Randzeiten gezielt bei Buchungen zu nutzen. Ergebnis der Auswertung, bei der übrigens knapp 288.000 Verbindungen zwischen Juni 2024 und April 2026 analysiert wurden: Morgens zwischen 7 und 10 war die Wahrscheinlichkeit, den günstigsten Preis für sein Ticket an diesem Tag zu bekommen, etwa doppelt so hoch wie zwischen 10 und 16 Uhr. Zwischen 16 und 19 Uhr war sie sogar dreimal so hoch.

■ Etwa zwölf Wochen im Voraus buchen

Zentral ist auch der Vorlauf beim Reisen, wie die Auswertung zeigt. So versucht die Bahn offenbar, ihre Züge möglichst früh vollzubekommen. Jedenfalls findet man bei langfristigen Buchungen mit mindestens zwölf Wochen Vorlauf die besten Angebote. Hier liegt der mittlere Ticketpreis laut Verbraucherzentrale bei 19,99 Euro – verglichen mit 139,90 Normalpreis bei einer Buchung zwölf Wochen vor der Abreise. Je näher die Abfahrt rückt, desto teurer wird es. 3 Wochen vor Abreise kosten Super-Spartickets schon 35,99 Euro, der Normalpreis sinkt dagegen sogar leicht auf 138,90. Bei Kurzfristbuchungen sieben Tage vor Start verlangt die Bahn trotz Sparrabatt 55,99, auch der Standardpreis steigt dann auf 144,20 Euro.

■ Weitere Rabatte und Tickets berücksichtigen

Im Tarifdschungel der Bahn sollte man sich aber nicht allein auf den Super-Sparpreis fixieren. Es gibt noch andere Rabatte. Ein Beispiel: das Familienticket, das bis zum Ende der Sommerferien in Bayern am 14. September angeboten wird (buchbar bis 12. September, solange das Kontingent reicht). Zwei Erwachsene mit bis zu drei Kinder reisen hier für 59,99 Euro inklusive Sitzplatzreservierung zu einem beliebigen Ziel, Hin- und Rückfahrt kosten zusammen 99,99 Euro. Verwandt müssen die Reisenden übrigens nicht sein. Bis 13. September kann man außerdem noch jedes Wochenende ab 6,99 Euro Last-Minute-Tickets für die Folgewoche buchen. Doch auch das Last-Minute-Ticket gibt es bei besonders beliebten Zügen eher selten.

Artikel 3 von 5