Keine Panik wegen Glasfaser

von Redaktion

Das Ende eines Bündels Glasfaserkabel: Nach und nach kommt der Ausbau voran. © Matthias Rietschel/dpa

Es klingelt an der Tür, man öffnet und dann fallen Sätze wie: „Bald wird Ihr DSL abgeschaltet“ oder „Rabatte auf Glasfaser sind nur heute gültig“. So oder so ähnlich versuchen Vertreter an der Haustür Panik unter DSL-Kunden zu verbreiten. Ziel des Zeitdrucks: Möglichst sofort ein Haustürgeschäft für einen Glasfaseranschluss abschließen zu können.

Beim Thema Glasfaser beobachtet die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg immer wieder ganze Drückerkolonnen mit teils irreführenden Aussagen. Auch das Computermagazin „c‘t“ berichtet darüber.

Die Argumente lauten oft, bestehende Kupferanschlüsse würden in naher Zukunft abgeschaltet. Nur mit einem sofortigen Vertragsabschluss sei die spätere Versorgung mit Glasfaser gesichert. Wer darauf hereinfällt, könnte am Ende mit überteuerten Glasfaserverträgen samt unnötig hoher Datenraten dastehen. Aber darauf sollte sich niemand einlassen. Denn eine flächendeckende, kurzfristige Abschaltung der Kupfernetze steht nicht bevor. Bis dahin dürften noch Jahre vergehen, berichtet die Stiftung Warentest.

Die Verbraucherschützer verweisen auf das zuständige Bundesministerium für Digitalisierung, welches das endgültige Aus des Kupfernetzes zwischen 2035 und 2040 erwartet. Klar ist auch: Bestehende Netze werden erst dann abgeschaltet, wenn Glasfaser nahezu flächendeckend verfügbar und ein Wettbewerb in den neuen Netzen gewährleistet ist.

Wer wirklich jetzt – sofern schon verfügbar – einen Glasfaseranschluss möchte, kann und sollte Angebote vergleichen und sich dafür vor Vertragsabschluss genug Zeit lassen. Direkt an der Haustür muss das niemand tun. Also wird man diese Leute am besten bereits über eine Gegensprechanlage los oder wimmelt sie spätestens an der Tür ab.

Seriöse Anbieter lassen meist ausreichend Infomaterial da und bedrängen nicht. Sie geben Kunden genug Zeit, die Angebote in Ruhe zu prüfen. „Unseriöse Anbieter geben keine Zeit zur Überlegung und zur Information“, so Oliver Buttler. Häufig werde mit Dringlichkeit oder sogar Schreckensszenarien Druck aufgebaut – denkbar ist etwa:

Einerseits setzen also Vertreter mancherorts die Leute mit einer Abschaltungsangst unter Druck. Und andererseits bemerkt das Computermagazin „c‘t“ in den Sozialen Netzwerken Behauptungen, Glasfaser sei überflüssig. Doch „c‘t“ zufolge führen beide Extreme in die Irre. Glasfaser habe echte Vorteile, so „c‘t“. DSL-Kupferleitungen stießen irgendwann physikalisch an Grenzen, denn die Telefonleitungen wurden ursprünglich nie als Datenautobahn vorgesehen. Glasfaserkabel nutzen stattdessen Lichtsignale. Das mache sie unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen und ermögliche deutlich höhere Geschwindigkeiten.

Wer sich an der Haustür bereits in einen Vertrag drängen ließ, hat im Übrigen ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

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