Fünf Bausteine fürs Vermögen

von Redaktion

Sicher anlegen in Krisenzeiten ist gar nicht so einfach. Bester Tipp: das Geld auf mehrere Anlageklassen verteilen. © IMAGO

Die Welt hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Konflikte, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar schienen, setzen die Finanzmärkte unter Dauerstress und heizen die Inflation an. Wer deswegen aber alles in Gold umschichtet oder Geld ins Ausland schafft, ersetzt nur ein Risiko durch ein anderes. Kluger Vermögensschutz bedeutet, Risiken zu kennen und das Portfolio so aufzustellen, dass keine Krise es zu stark gefährdet. Diese fünf Bausteine zeigen, wie das in der Praxis aussehen kann.

1. Tagesgeld

Kaufkraftverlust passiert im Stillen. Wer in den Jahren nach 2021 sein Geld unverzinst auf dem Konto ließ, verlor Geld, auch wenn das auf dem Kontoauszug nicht zu sehen war. Tagesgeld ist der erste Schutzwall dagegen: Wer regelmäßig Konditionen vergleicht, kann zumindest die Kaufkraft erhalten und bleibt dabei flexibel. Wie attraktiv der Markt derzeit ist, zeigt beispielsweise das Angebot von Chase: Die US-Großbank lockt nach dem Markteintritt in Deutschland mit vier Prozent Zinsen pro Jahr für vier Monate garantiert. Danach sind es zwei Prozent (s. Tabelle links).

2. Aktien

Aktien und ETFs sind der wichtigste Baustein, um das Vermögen langfristig wachsen zu lassen – und so zu schützen. Breit gestreute Aktienanlagen haben die Inflation auf Dauer nicht nur ausgeglichen, sondern übertroffen. ETFs auf weltweite Indizes wie den MSCI World sind dabei der einfachste Einstieg: Sie bieten niedrige Kosten, breite Streuung und lassen sich bereits mit kleinen Beträgen besparen. Ohne diesen Baustein fehlt dem Portfolio der Wachstumsmotor.

3. Immobilien

Immobilien gelten historisch als verlässlicher Inflationsschutz, weil Preise und Mieten tendenziell mitsteigen. Eine physische Immobilie muss man sich jedoch erst einmal leisten können. Eine einfache Alternative sind Genossenschaftsanteile an einer Hypothekenbank. So kommt der Immobilienmarkt indirekt ins Portfolio. Die Münchener Hypothekenbank etwa bietet Anteile ab 70 Euro und schüttete in den vergangenen Jahren kontinuierlich vier Prozent Dividende aus. Eine Garantie auf die jährliche Dividende gibt es aber nicht.

4. Gold

Gold schützt vor allem dann, wenn Währungen unter Druck geraten oder das Vertrauen in Notenbanken schwindet. Das Edelmetall bringt keine Zinsen, stabilisiert das Portfolio aber durch seine geringe Korrelation mit Aktien und Anleihen. Als Orientierung für den Goldanteil gelten fünf bis zehn Prozent des Gesamtvermögens. Wer physisches Gold wählt, muss es irgendwo lagern. Das kostet Gebühren. Eine flexiblere Alternative sind Gold-ETCs, also Wertpapiere, die den Goldkurs abbilden. Ein bekanntes Beispiel ist Xetra-Gold.

5. Währungen

Wer sein gesamtes Vermögen in Euro hält, verlässt sich auf die Europäische Zentralbank, den politischen Zusammenhalt des Euroraums und eine Zinspolitik im Sparerinteresse. Fremdwährungskonten streuen dieses Risiko. Allerdings schwanken Wechselkurse auch. Wer das unterschätzt, tauscht ein Risiko gegen ein anderes. Entscheidend ist außerdem der Standort der Bank – also welcher Einlagensicherung das angelegte Geld unterliegt. Wer die Investition in eine Fremdwährung mit einer guten Einlagensicherung kombinieren will, findet mit willbe einen Anbieter, bei dem es Tagesgeldkonten in neun Währungen gibt, abgesichert durch die Einlagensicherung Liechtensteins.

Jeder der Bausteine hat Schwächen. Darum sind nicht die einzelnen Bausteine der eigentliche Schutzmechanismus, sondern ihre Kombination. Anleger müssen nicht alle genannten Bausteine berücksichtigen. Sie sollten ihr Vermögen aber auf verschiedene Anlageklassen aufteilen.

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