Frankfurt/München – Wieder haben es zwei geschafft. Christian Klein, Chef des Software-Konzerns SAP, und Christian Sewing (Deutsche-Bank), knackten 2025 die Zehn-Millionen-Marke bei den Bezügen.
SAP-Chef Klein erhielt 2025 insgesamt 10,851 Millionen Euro oder 29.728,77 Euro am Tag. Ein Jahr zuvor stand er mit 9,268 Millionen Euro auf Rang 4. Sewing von der Deutschen Bank verbesserte sich mit 10,501 Millionen Euro von Rang 3 auf Rang 2. VW-Lenker Oliver Blume, zwei Jahre lang gehaltsmäßig jenseits der Zehn-Millionen-Grenze rutschte mit 8,956 Millionen Euro auf Rang 6 ab. Auch Bjørn Gulden, der Adidas leitet, schaffte es nicht mehr über die Marke. 9,83 Millionen Euro reichten für Rang 3. Ganz am Ende der Vergütungstabelle für 2025 findet sich Jens Birgersson, Chef des Chemikalienhändlers Brenntag. Er verdiente mit 1,095 Millionen Euro knapp ein Zehntel dessen, was SAP-Chef Klein erhielt.
„Als DSW sehen wir die Zehn-Millionen-Euro-Grenze als wichtige Schallmauer“, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Was Vorstandsmitglieder erhielten, sei ein wichtiger Indikator für den sozialen Frieden im Land. „Eine hohe Vergütung kann angemessen sein, wenn sie Ausdruck außergewöhnlicher Wertschaffung ist. Sie verliert jedoch zu Recht ihre Akzeptanz, wenn Leistung und Vergütung auseinanderlaufen.“ Aber: „Führung hat ihren Preis.“
Seit 2000 lässt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) untersuchen, was die Topmanager der Dax-Konzerne verdienen. Dabei unterstützen sie Wissenschaftler der Technischen Universität München von den Lehrstühlen für Controlling und Financial Accounting. Sie werten dazu unter anderem die Geschäfts- und Vergütungsberichte der Unternehmen aus. Die Wissenschaftler sahen sich auch an, wie weit sich die durchschnittliche Vergütung der Vorstandsmitglieder von dem entfernt hat, was die Beschäftigten so verdienen. Bei Adidas bekommen die Topmanager das 106-Fache dessen, was der Konzern im Schnitt für die Mitarbeiter aufwendet. VW folgt mit dem 75-Fachen auf Rang 2, vor Fresenius mit dem 70-Fachen. Im Dax-Schnitt zahlten die Konzerne den Topmanagern das 42-Fache, mehr als 2024. Die Ungleichheit steigt.
Am wenigsten klaffen die Durchschnittsbezüge bei der Porsche SE auseinander. Hier beträgt der Faktor 3. Die Holdingzahlt Vorstandsmitgliedern vergleichsweise wenig, den Beschäftigten mit im Schnitt fast 600.000 Euro dafür mit Abstand das meiste unter den untersuchten Firmen.
International wird mehr gezahlt. Unter den Lenkern im Eurostoxx 50, in dem die größten börsennotierten Unternehmen Europas erfasst sind, erhielt Michel Doukeris (InBev) mit 63,9 Millionen Euro am meisten. Noch ganz andere Summen werden in den USA gezahlt. Topverdiener war David M. Salomon. Der Chef der Investmentbank Goldman Sachs bekam 105,3 Millionen Euro.